Was ist eine Gefährdungsbeurteilung Arbeitsschutz ist immer Chefsache

Als Arbeitgeber hast du die Pflicht, eine Gefährdungsbeurteilung für die Analyse der Gefährdungssituation deiner Mitarbeiter zu erstellen. Das Ergebnis dieser Gefährdungsbeurteilung ist die Basis für alle Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, die du für ein sicheres Arbeitsumfeld deiner Mitarbeiter umsetzen musst. Bei uns erfährst du alles, was du als Arbeitgeber über Gefährdungsbeurteilungen wissen musst.

  • 06.07.2020
  • Katharina Bonn

Die Gesundheit und Sicherheit deiner Mitarbeiter hat am Arbeitsplatz oberste Priorität. Was viele gar nicht wissen: Die Basis für ein effektives betriebliches Gesundheitsmanagement stellt die sogenannte Gefährdungsbeurteilung dar. Dabei handelt es sich um eine gezielte Analyse der potenziellen Gefahren, die von der Arbeitsstätte als Ganzes, aber auch von jedem einzelnen Arbeitsplatz ausgehen. Um effektive Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, ist es deshalb wichtig, die Risiken benennen zu können. Wir beleuchten alle Aspekte, über die du im Zusammenhang mit der Gefährdungsbeurteilung Bescheid wissen musst.

Das erfährst du in diesem Beitrag

Ist die Gefährdungsbeurteilung gesetzlich verpflichtend?

Ja, die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung ist für dich als Arbeitgeber tatsächlich verpflichtend. Die gesetzliche Grundlage hierfür findet sich im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), das im Jahr 1996 erlassen wurde. Das Gesetz besagt, dass die Sicherheit und Gesundheit von Arbeitnehmern durch Arbeitsschutzmaßnahmen gewährleistet werden müssen. Diese können allerdings nur getroffen werden, wenn im Vorfeld eine Analyse der Risiken stattgefunden hat. Für dich als Arbeitgeber ist es außerdem wichtig zu wissen, dass eine Gefährdungsbeurteilung erfolgt sein muss, bevor überhaupt mit der Arbeit begonnen werden kann.

Nur wenn du die Risikofaktoren am Arbeitsplatz kennst, kannst du diesen auch entgegenwirken. © Shutterstock, fizkes
Sowohl die Arbeitsstätte als auch der individuelle Arbeitsplatz bergen gesundheitliche Risiken für deine Mitarbeiter. © Shutterstock, fizkes

Welche Risikofaktoren gibt es am Arbeitsplatz?

Die Gefahren am Arbeitsplatz variieren natürlich je nach der Branche, in der du tätig bist. Einen allgemeinen Leitfaden für bestehende Risikofaktoren gibt es aber dennoch. Bei der Gefährdungsbeurteilung wird ein ganz besonderes Augenmerk auf folgende Kriterien gelegt:

  • die Gestaltung des Arbeitsplatzes
  • Gefahrenstoffe
  • Arbeitsmittel wie Maschinen und Werkzeuge
  • Arbeitsprozesse
  • mangelhafte Anweisungen
  • psychische Belastungen

Was versteht man unter psychischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz?

Während die Risikofaktoren, die die physische Gesundheit deiner Mitarbeiter betreffen, von Beginn an ein Teil der Gefährdungsbeurteilung waren, sieht das bei den psychischen Belastungsfaktoren etwas anders aus. Diese werden bei der Gefährdungsbeurteilung erst seit 2013 mit berücksichtigt. Dabei ist es wichtig, dass es nicht darum geht, die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu analysieren. Vielmehr ist es so, dass die Arbeitsbedingungen dahingehend untersucht werden, ob sie zu einer psychischen Belastung führen können.

Und welche Faktoren und Bereiche werden dafür analysiert? Zum einen musst du dir im Rahmen der Untersuchung ansehen, wie es sich mit den Arbeitsaufgaben deiner Mitarbeiter verhält. Dabei solltest du dir die Frage stellen, ob das Pensum angemessen ist und deine Mitarbeiter gegebenenfalls unter- oder überfordert sind. Auch die Organisation der Arbeit sowie das zwischenmenschliche Miteinander können zu einer Belastung führen. Schließlich muss auch die Arbeitsumgebung so gestaltet werden, dass sich deine Mitarbeiter wohlfühlen. In diesem Beitrag erfährst du mehr über psychische Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz und darüber, wie du die mentale Gesundheit deiner Mitarbeiter schützen kannst.

Für effektive Schutzmaßnahmen geht man bei der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung in 7 Schritten vor. © Shutterstock, fizkes
Damit die Gefährdungsbeurteilung vollständig und effektiv ist, gehst du am besten in 7 Schritten vor. © Shutterstock, fizkes

Wie erstellt man eine Gefährdungsbeurteilung?

Es reicht nicht nur über die Gefahren am Arbeitsplatz zu sprechen, du musst diese als Arbeitgeber ganz konkret und vor allem schriftlich benennen. Bevor du beginnst, ist es wichtig, dass du zwischen Gefährdungsbeurteilungen differenzierst, die tätigkeits- und arbeitsbereichbezogen sind. Zu diesem Zweck gruppierst du vergleichbare Tätigkeiten und Arbeitsbereiche. Im Allgemeinen bewährt es sich, wenn du in sieben Schritten vorgehst, die wie folgt lauten:

  1. Arbeitsbereiche und Tätigkeiten festlegen
  2. Gefährdungen ermitteln
  3. Gefährdungen beurteilen
  4. Maßnahmen festlegen
  5. Maßnahmen durchführen
  6. Wirksamkeit prüfen
  7. Gefährdungsbeurteilung fortschreiben

In diesem Beitrag stellen wir dir Vorlagen für die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung zur Verfügung und informieren dich im Detail über jeden einzelnen Schritt, der für die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung notwendig ist. Darüber hinaus erhältst du wichtige Hinweise und Informationen in Gefahrstoffverzeichnissen sowie Dokumentationen über das Qualitätsmanagement, das für dein Unternehmen greift.

Besteht eine Dokumentationspflicht für Gefährdungsbeurteilungen?

Für eine erfolgreiche Durchführung der Schutzmaßnahmen ist es nicht nur wichtig, die Schritte der Gefährdungsbeurteilung schriftlich festzuhalten, sondern auch verpflichtend. Diese Pflicht ist im Arbeitsschutzgesetz verankert und besteht seit 1997. Die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung dient dazu, den Ist- mit dem Soll-Zustand zu vergleichen und die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen so überprüfen zu können. Wie du siehst, spielt die Dokumentation eine wichtige Rolle bei der beständigen Verbesserung des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Auch für das Verfassen von Betriebsanweisungen bildet die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung die Basis. Wofür diese noch genutzt wird und in welcher Form sie vorgelegt werden muss, verraten wir dir in diesem Beitrag.

Reicht es, eine Gefährdungsbeurteilung einmal zu erstellen?

Es ist wichtig, dass du die arbeitsmedizinischen und arbeitssicherheitstechnischen Schutzmaßnahmen kontinuierlich überprüfst. Deshalb ist es nicht richtig zu sagen, dass es mit der einmaligen Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung getan ist. Schließlich können sich auch die Gegebenheiten in deinem Unternehmen ändern. In folgenden Fällen ist es unbedingt notwendig, dass du die Risiken am Arbeitsplatz neu evaluierst:

  • Wenn es Änderungen in den Arbeitsverfahren oder -prozessen gibt.
  • Wenn neue Arbeitswerkzeuge oder Stoffe verwendet werden.
  • Für den Fall, dass Vorschriften oder Gesetze geändert werden.
  • Wenn es einen Arbeitsunfall gegeben hat bzw. eine Berufskrankheit auftritt.
  • Bei arbeitsplatzbedingten Beeinträchtigungen, die zu langen Fehlzeiten führen.
Besonders schwangere Mitarbeiterinnen müssen am Arbeitsplatz geschützt werden. Es muss für jeden Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung für schwangere Mitarbeiterinnen vorliegen. © Shutterstock, Syda Productions
Es muss für jeden Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung für schwangere Mitarbeiterinnen vorliegen. © Shutterstock, Syda Productions

Wie sieht es mit der Gefährdungsbeurteilung für Mitarbeiterinnen im Mutterschutz aus?

Schwangere Mitarbeiterinnen gehören zu einer Gruppe von Arbeitnehmern, die am Arbeitsplatz besonders geschützt werden müssen. Dies ist im Mutterschutzgesetz verankert, in dem es seit 2018 einige neue Regelungen gibt. So wird unter anderem ausdrücklich besagt, dass die Arbeitstätigkeit einer Schwangeren weder ihre noch die Gesundheit des Kindes gefährden darf. Auch in diesem Fall stellt die Gefährdungsbeurteilung die Basis für die Schutzmaßnahmen dar, die zum Wohl der werdenden Mutter getroffenen werden müssen. Wenn die Maßnahmen nicht ausreichen, kann es gegebenenfalls notwendig sein, dass die schwangere Mitarbeiterin den Arbeitsplatz wechselt und eine alternative Tätigkeit ausführt.

Wichtig zu wissen: Wenn eine Mitarbeiterin dir mitteilt, dass sie schwanger ist, ist es für die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung für deren Arbeitsplatz schon zu spät. Eine Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsplätzen für Schwangere muss von Anfang an bestehen. Dies gilt im Übrigen auch für Arbeitsplätze, die gegenwärtig von einem männlichen Mitarbeiter besetzt werden. Schließlich kannst du nicht ausschließen, dass hier nicht irgendwann auch einmal eine Frau arbeiten wird. Liegt keine Gefährdungsbeurteilung vor, greift ein vorläufiges Beschäftigungsverbot für deine Mitarbeiterin. Außerdem musst du damit rechnen, eine Bußgeldstrafe bezahlen zu müssen.

Welche Bedeutung hat die Gefährdungsbeurteilung für Jugendliche?

Jugendliche Arbeitnehmer gehören, genau wie schwangere und stillende Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter mit chronischen Erkrankungen, Allergien oder Behinderungen, zu den Personen, die bei ihrer Arbeitstätigkeit besonders geschützt werden müssen. Der Grund hierfür ist, dass sich Auszubildende, die noch keine 18 Jahre alt sind, noch in der Entwicklung befinden. Ein Umstand, der im Zuge der sogenannten personenbezogenen Gefährdungsbeurteilung besonders berücksichtigt werden muss. Jugendliche Mitarbeiter dürfen in der Folge weder zu lang noch zu hart arbeiten. Neben der Gefährdungsbeurteilung ist in diesem Fall besonders das Jugendarbeitsschutzgesetz zu nennen. Dieses gibt dir als Arbeitgeber Aufschluss darüber, wie viele Wochenstunden ein Azubi arbeiten darf und welche Besonderheiten es sonst noch zu beachten gilt. Hier erfährst du mehr über das Thema.

Neben der Fachkraft für Arbeitssicherheit kannst du auch auf die Expertise des Betriebsarztes zählen. © Shutterstock, fizkes
Der Betriebsarzt unterstützt dich bei der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung und in allen Belangen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. © Shutterstock, fizkes

Wer ist dir bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung behilflich?

Die Verantwortung für die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung liegt im Endeffekt ganz alleine bei dir als Arbeitgeber. Trotzdem bist du mit dieser Aufgabe nicht alleine. Der Betriebsarzt, der für dein Unternehmen zuständig ist, sowie die Fachkraft für Arbeitssicherheit (FaSi) unterstützen dich dabei, potenzielle Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Auch der Sicherheitsbeauftragte deines Unternehmens kann dir mit seiner Erfahrung und Expertise helfen. Doch was hat es mit diesen drei Positionen auf sich, die für die Aufrechterhaltung der Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit so wichtig sind?

Welche Aufgaben erfüllt der Betriebsarzt?

Die Bestellung eines Betriebsarztes ist nach dem Arbeitssicherheitsgesetz verpflichtend, und das zu Recht, denn der Arzt nimmt eine äußerst wichtige Funktion in deinem Unternehmen ein. Der Betriebsarzt soll dir als Arbeitgeber dabei helfen, den Arbeitsschutz deiner Mitarbeiter zu gewährleisten und Arbeitsunfälle zu vermeiden. Außerdem nimmt der Arbeitsmediziner eine wichtige Rolle in folgenden Belangen ein:

  • bei der Planung, Ausführung und Unterhaltung von betrieblichen Anlagen sowie von sozialen und sanitären Einrichtungen
  • der Anschaffung technischer Arbeitsmittel und der Einführung von neuen Verfahren und Arbeitsmitteln
  • der Auswahl und dem Testen von Körperschutzmitteln
  • arbeitsphysiologischen, arbeitspsychologischen und sonstigen ergonomischen sowie arbeitshygienischen Anliegen, dies betrifft besonders den Arbeitsrhythmus, die Arbeitszeit sowie die Pausenregelung
  • der Gestaltung der Arbeitsplätze, des Arbeitsablaufs und der -umgebung
  • der Organisation der betrieblichen „Ersten Hilfe“
  • Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung behinderter Mitarbeiter in den Arbeitsprozess
  • der Evaluierung der Arbeitsbedingungen

Außerdem kann der Betriebsarzt dir dabei behilflich sein, Gefährdungen durch die Untersuchung von Arbeitsunfällen sowie Berufskrankheiten in Zukunft zu vermeiden. Darüber hinaus kann der Betriebsarzt als wichtige Vertrauensperson für deine Mitarbeiter fungieren. Da er unter der ärztlichen Schweigepflicht steht, können diese ganz offen über gesundheitliche Probleme und Sorgen sprechen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Betriebsarzt in deinem Unternehmen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen vornehmen kann. Genauso kann er oder sie Impfungen wie die Grippeschutzimpfung durchführen. Damit trägt er einen wertvollen Beitrag zur gesundheitlichen Prävention bei, von der sowohl du als Arbeitgeber als auch deine Mitarbeiter profitieren.

Auch die Fachkraft für Arbeitssicherheit trägt dazu bei, den Arbeitsschutz in deinem Unternehmen zu gewährleisten. © Shutterstock, fizkes
Neben dem Betriebsarzt erfüllen auch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Sicherheitsbeauftragte wichtige Funktionen in deinem Unternehmen. © Shutterstock, fizkes

Welche Funktion hat die Fachkraft für Arbeitssicherheit?

Neben dem zuständigen Betriebsarzt nimmt auch die Fachkraft für Arbeitssicherheit (kurz FaSi) eine überaus wichtige Position in deinem Unternehmen ein. Genauso wie der Betriebsarzt ist es ihre Aufgabe, dich bei der Unfallverhütung und bei der Gestaltung eines sicheren Arbeitsplatzes zu unterstützen. Auch die FaSi hat eine beratende Funktion und steht sowohl dir als auch deinen Mitarbeitern in allen sicherheitstechnischen Belangen Rede und Antwort. Außerdem kann die Fachkraft dir dabei helfen, die Arbeitsbedingungen hinsichtlich der Sicherheit für deine Mitarbeiter zu beurteilen und zu überprüfen, ob Arbeitsschutzmaßnahmen auch umgesetzt werden.

Was macht der Sicherheitsbeauftragte im Unternehmen?

Nach der DGUV Vorschrift 1 hängt die Anzahl der zu bestellenden Sicherheitsbeauftragten von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Anzahl der Beschäftigten, die Gesundheitsrisiken im Unternehmen sowie die räumliche, zeitliche und fachliche Nähe der Sicherheitsbeauftragten zu den Mitarbeitern. Letzteres bedeutet, dass der Sicherheitsbeauftragte am gleichen Standort zur gleichen Arbeitszeit wie die Mitarbeiter arbeiten muss und einer vergleichbaren Tätigkeit nachgeht.

Die Position des Sicherheitsbeauftragten wird ehrenamtlich ausgeführt. Der zuständige Mitarbeiter muss seine eigentliche Tätigkeit also ganz normal weiter ausführen. Die folgenden Aufgaben führt der Sicherheitsbeauftragte in deinem Unternehmen aus:

  • Er begutachtet den Zustand der Schutzeinrichtungen.
  • Er achtet auf den Zustand, in dem sich die Schutzausrüstungen befinden.
  • Falls vorhanden berichtet er Vorgesetzten über sicherheitstechnische Mängel.
  • Er informiert die Beschäftigten im Unternehmen über eine sichere Benutzung von Maschinen und Arbeitsstoffen.
  • Er kümmert sich um neue Beschäftigte.
  • Er nimmt an Betriebsbegehungen sowie Untersuchungen teil, die nach einem Arbeitsunfall oder einer bestehenden Berufskrankheit anfallen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass alle drei Positionen – Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte – für die Arbeitssicherheit und Gesundheit in deinem Unternehmen essentiell sind. Für ein effizientes betriebliches Gesundheitsmanagement ist eine gute Zusammenarbeit untereinander, aber auch mit dir als Unternehmer, überaus wichtig.

Wenn das Arbeiten aus dem Home Office keine Option ist, müssen die Arbeitsschutzmaßnahmen im Unternehmen erhöht werden. © Shutterstock, Deliris
Mit der globalen Corona-Pandemie sind auch die Anforderungen an die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz gestiegen. © Shutterstock, Deliris

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Gefährdungsbeurteilung?

Mit der weltweiten Verbreitung des Coronavirus stehen wir aktuell nie dagewesenen Herausforderungen gegenüber. Neben dem Schutz unserer Gesundheit ist auch die Aufrechterhaltung der Wirtschaft ein zentrales Thema. Doch wie kann die Vereinbarkeit des Arbeitsalltages mit einem effektiven Infektionsschutz vereinbart werden? Wenn möglich, ist es natürlich am einfachsten, wenn deine Mitarbeiter von Zuhause aus arbeiten, aber das ist nun mal nicht in jeder Branche und jedem Tätigkeitsfeld eine Option. Deshalb wurde der SARS-CoV2-Arbeitsschutzstandard entwickelt und am 16. April öffentlich gemacht. Gerade in dieser schwierigen Zeit bildet die Gefährdungsbeurteilung mehr denn je die Grundlage für ein sicheres und gesundes Arbeiten.

Und welche Schritte sollen nun im Rahmen der coronabedingten Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden? Um diese Frage zu beantworten, ist es zunächst einmal wichtig, zwischen technischen, organisatorischen und personenbezogenen Schutzmaßnahmen zu unterscheiden. Unter die technischen Maßnahmen fällt beispielsweise das Einhalten eines Abstandes von 1,5 Metern am Arbeitsplatz, aber auch auf den Fluren, in der Kantine und allen weiteren Orten, an denen es zu einer Begegnung zwischen deinen Mitarbeitern kommen kann. Genauso gehört das regelmäßige Lüften und eine intensivierte Reinigung der Räume zu den Maßnahmen.

Zu den organisatorischen Maßnahmen gehören unter anderem Hygienevorschriften, die die Nutzung von Arbeitsmitteln und Werkzeugen betreffen. Auch für die Gestaltung der Arbeits- und Pausenzeit gibt es Regelungen, die vermeiden sollen, dass zu viele Angestellte auf einmal miteinander in Kontakt sind. Darüber hinaus sollte auch die psychische Belastung, die mit der Coronapandemie einhergeht, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung untersucht werden.

Schließlich gibt es noch die personenbezogenen Schutzmaßnahmen, bei denen es unter anderem um das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und einer Schutzausrüstung geht. Auch das Kommunizieren der Präventionsmaßnahmen fällt in diesen Bereich. Mehr über die Gefährdungsbeurteilung während der Corona-Pandemie erfährst du in diesem Beitrag.

Die Gefährdungsbeurteilung gehört zu den Dokumenten, die du bei einer Betriebsbegehung vorlegen können musst. © Shutterstock, fizkes
Bei einer Betriebsbegehung musst du vorweisen können, dass für dein Unternehmen eine Gefährdungsbeurteilung erstellt worden ist. © Shutterstock, fizkes

Was hat die Gefährdungsbeurteilung mit einer Betriebsbegehung zu tun?

Für die Beantwortung dieser Frage ist es erst einmal wichtig, zwischen zwei Arten der Betriebsbegehung zu unterscheiden. Zum einen ist es notwendig, dass du gemeinsam mit der FaSi, dem Betriebsarzt und dem Sicherheitsbeauftragten die Arbeitsstätte auf potenzielle Risiken hin untersuchst, um daraufhin eine Gefährdungsbeurteilung erstellen zu können. Gleichzeitig gehört die Gefährdungsbeurteilung zu den Dokumenten, die du vorlegen musst, wenn sich die Berufsgenossenschaft für eine Betriebsbegehung anmeldet, um die Einhaltung von Schutzmaßnahmen zu überprüfen.

Wir unterstützen dich in der Arbeitsschutzbetreuung

Von der Arbeitsmedizin über die Arbeitssicherheit bis hin zur Gefährdungsbeurteilung: Wir sind dir gerne dabei behilflich, den Arbeitsschutz in deinem Unternehmen zu gewährleisten, indem wir die Bestellung des Betriebsarztes und der Fachkraft für Arbeitssicherheit für dich übernehmen. Auch bei der Gefährdungsbeurteilung können wir dich entweder persönlich unterstützen oder du nutzt den Online Basisschutz der Deutschen Mittelstandsschutz. Damit kannst du eine rechtssichere Gefährdungsbeurteilung nicht nur bequem online erstellen, sondern auch deine Mitarbeiter in arbeitsschutztechnischen Fragen schulen lassen.

Beitragsbild: © Shutterstock, Bannafarsai_Stock

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