DGUV Vorschrift 2 Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit

Die DGUV Vorschrift 2 ist nur eine von vielen Gesetzen und Vorschriften, die es zum Schutz deiner Mitarbeiter gibt. Dennoch solltest du dich als Unternehmer mit der Vorschrift auseinander gesetzt haben – schließlich bildet die DGUV V2 die einheitliche Grundlage zur Konkretisierung und Umsetzung des Arbeitssicherheitsgesetzes (ASiG). Was das genau bedeutet, erfährst du in diesem Beitrag.

  • 22.07.2020
  • Katharina Bonn

Als Arbeitgeber hast du bestimmt schon etwas vom Arbeitssicherheitsgesetz und dem Arbeitsschutzgesetz gehört. Doch wie sieht es mit der DGUV Vorschrift 2 aus? Auch diese stellt einen elementaren Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Sicherheit am Arbeitsplatz dar.

Das erfährst du in diesem Beitrag über die DGUV Vorschrift 2

Was besagt die DGUV Vorschrift 2?

Die DGUV Vorschrift 2 wurde am 01. Januar 2011 erlassen und konkretisiert das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG). Dieses trat im Jahr 1973 in Kraft und markiert das Ende eines langen Weges hin zu einer Arbeitsweise, bei der die Gesundheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter an allererster Stelle stehen. Mehr über die Geschichte der Arbeitssicherheit erfährst du hier.

Vom Arbeitssicherheitsgesetz ausgehend wurde die Vorschrift 2 zu dem Zweck erlassen, ein für die öffentlichen Unfallversicherungsträger und Berufsgenossenschaften einheitliches Regelwerk zu haben. In der DGUV Vorschrift 2 wird festgehalten, wie die arbeitsmedizinische und arbeitssicherheitstechnische Betreuung deiner Mitarbeiter aussieht. Dazu gehört, dass du einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, kurz FaSi, bestellst.

Darüber hinaus findest du in der DGUV Vorschrift 2 die verschiedenen Betreuungsmodelle, die es für die Aufrechterhaltung des Arbeitsschutzes in deinem Unternehmen gibt. Bevor wir hierauf näher eingehen, sehen wir uns erst einmal an, welche Aufgaben der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit in deinem Unternehmen genau einnehmen.

Der Betriebsarzt spielt für die Gesundheit deiner Mitarbeiter eine essentielle Rolle. © Shutterstock, create jobs 51
Von einer arbeitsmedizinischen Beratung bis hin zu Schutzimpfungen: Der Betriebsarzt erfüllt eine Reihe wichtiger Aufgaben im Unternehmen. © Shutterstock, create jobs 51

Welche Aufgaben hat der Betriebsarzt?

Der Betriebsarzt erfüllt in deinem Unternehmen eine wichtige Beratungsfunktion. Er oder sie ist weisungsfrei und somit ein unabhängiger Berater für die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Neben seiner fachlichen Expertise ist es wichtig, dass der Betriebsarzt rechtzeitig in die Prozesse des betrieblichen Gesundheitsmanagements eingebunden wird, an den Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses teilnimmt und Begehungen der Arbeitsplätze vornimmt.

Für deine Mitarbeiter ist der Betriebsarzt ein wichtiger Ansprechpartner, wenn diese gesundheitliche Fragen oder Beschwerden haben. Auch bei der arbeitsmedizinischen Vorsorge spielt der Betriebsarzt eine entscheidende Rolle. So kann er beispielsweise Schutzimpfungen durchführen und deine Mitarbeiter so vor teils schweren Krankheitsverläufen bewahren. Für dich als Arbeitgeber ergibt sich hieraus der Vorteil, dass personellen Ausfällen und wirtschaftlichen Schäden vorgebeugt werden kann.

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Außerdem unterstützt der Betriebsarzt dich nach § 3 ASiG bei folgenden Aufgaben beratend:

  • der Planung, Ausführung und Instandhaltung von betrieblichen Anlagen sowie von sozialen und sanitären Einrichtungen
  • der Anschaffung von technischen Mitteln sowie der Einführung von Arbeitsverfahren und -stoffen
  • der Auswahl und dem Ausprobieren von Körperschutzmitteln
  • Fragen, die den Arbeitsrhythmus, die Arbeitszeit und die Pausenregelung betreffen
  • der Arbeitsplatzgestaltung, dem Ablauf und der Arbeitsumgebung
  • der Organisation der „Ersten Hilfe“ im Unternehmen und den Umgang mit psychisch traumatisierten Mitarbeitern
  • Fragen, die den Wechsel des Arbeitsplatzes und die Eingliederung von Arbeitnehmern mit gesundheitlichen Einschränkungen betreffen
  • der Beurteilung der Arbeitsbedingungen und der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung
Auch die Position der Fachkraft für Arbeitssicherheit muss besetzt werden. © Shutterstock, Gorodenkoff
Neben dem Betriebsarzt spielt auch die Fachkraft für Arbeitssicherheit eine wichtige Rolle für den Arbeitsschutz im Unternehmen. © Shutterstock, Gorodenkoff

Was macht die Fachkraft für Arbeitssicherheit?

Auch die Fachkraft für Arbeitssicherheit berät und unterstützt dich bei allen Fragen der Arbeitssicherheit und des Arbeitsschutzes. Dazu gehört, dass die Fachkraft dir dabei hilft, potenzielle Gefährdungen und gesundheitliche Risiken am Arbeitsplatz auszumachen. Diese Risiken können unter anderem psychischer, biologischer, chemischer oder physikalischer Natur sein und werden im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt. Auch bei der Festlegung von passenden Schutzmaßnahmen wirst du von der FaSi unterstützt.

Genauso gehört es zu den Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit, bei der Einführung neuer Arbeitsmittel und -verfahren zu unterstützen. In den Bereichen der Arbeitspsychologie, Hygiene am Arbeitsplatz und der Ergonomie ist die FaSi ebenfalls ein wichtiger Ansprechpartner. Darüber hinaus gehören Verwaltungsverfahren sowie die Organisation von Erste Hilfe- und Brandschutzmaßnahmen zu ihren Aufgaben.

Das Betreuungsmodell für den Arbeitsschutz in deinem Unternehmen richtet sich dabei nach verschiedenen Faktoren. © Shutterstock, SFIO CRACHO
Für die Arbeitsschutzbetreuung deiner Mitarbeiter gibt es unterschiedliche Modelle. © Shutterstock, SFIO CRACHO

Welche arbeitsschutztechnischen Betreuungsmodelle gibt es?

Die Art der arbeitsschutztechnischen Betreuung variiert je nach der Größe deines Unternehmens. So braucht es für Betriebe für zehn Mitarbeiter andere sicherheitstechnische Vorkehrungen als für solche mit 100. Bei der Betreuung wird zwischen den folgenden drei Modellen unterschieden:

  1. Die Grundbetreuung und die anlassbezogene Betreuung

    Dieses Betreuungsmodell ist das richtige für dich, wenn dein Unternehmen bis zu 10 Mitarbeiter hat. Zu der Grundbetreuung gehört die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung. Es ist wichtig zu wissen, dass diese aktualisiert werden muss, wenn sich die Arbeitsbedingungen, die Gesetzgebung oder ein anderer entscheidender Faktor ändert, der die Sicherheit und Gesundheit deiner Mitarbeiter gefährden könnte. Die Grundbetreuung wird von der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder dem Betriebsarzt ausgeführt. Dies muss mindestens alle fünf Jahre geschehen.

    Zu dieser Art der Betreuung gehört darüber hinaus auch noch die anlassbezogene Betreuung, die ebenfalls durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder den Betriebsarzt erfolgt. Diese Art der Betreuung muss durchgeführt werden, wenn es dafür einen konkreten Anlass gibt. Das kann unter anderem der Fall sein, wenn:

    • eine neue Schutzausrüstung eingeführt wird
    • es eine Kooperation mit einem Fremdunternehmen gibt
    • neue Arbeitsstoffe eingeführt werden
    • Notfallpläne aufgesetzt werden
  2. Das Unternehmermodell

    Schließlich gibt es auch noch das Unternehmermodell, das sich für Unternehmen mit mindestens einem und höchstens 50 Mitarbeitern eignet. Wie der Name schon nahelegt, musst du als Unternehmer bei der Wahl dieses Modells viel Einsatz im Bereich Arbeitsschutz zeigen. Es ist notwendig, dass du dir eine hohe Fachkompetenz aneignest, um potenzielle Risiken erkennen und Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Alleine bist du mit dem Thema aber trotzdem nicht, denn du kannst das Fachwissen der Fachkraft für Arbeitssicherheit und des Betriebsarztes jederzeit nutzen. Unabhängig von den Modellen ist die Besetzung beider Positionen ja ohnehin eine gesetzliche Pflicht.

  3. Die Regelbetreuung

    Die Regelbetreuung richtet sich an Betriebe mit 11 Beschäftigten und mehr. Eine Komponente ist auch bei dieser Form die Grundbetreuung, für die es nach der DGUV Vorschrift 2 feste Einsatzzeiten gibt. Der zweite Bestandteil der Betreuung ist dabei betriebsspezifisch. Dabei ist das individuelle Gefährdungsrisiko, das für deinen Betrieb besteht, für die Gefährdungsgruppe ausschlaggebend. Die Unterteilung für die Zuordnung ist wie folgt:

    • Gefährdungsgruppe I: Einsatzzeit pro Mitarbeiter und Jahr = 2,5 Stunden
    • Gefährdungsgruppe II: Einsatzzeit pro Mitarbeiter und Jahr = 1,5 Stunden
    • Gefährdungsgruppe III: Einsatzzeit pro Mitarbeiter und Jahr = 0,5 Stunden

    Für die betriebsspezifische Betreuung spielt die Expertise der Fachkraft für Arbeitssicherheit und des Betriebsarztes eine elementare Rolle. Für die Ermittlung des Bedarfs wird der Leistungskatalog zugrunde gelegt, der auf der DGUV V2 basiert.

Der Arbeitsschutz ist ein komplexes Thema, bei dem die Deutsche Mittelstandsschutz dich gerne unterstützt. © Shutterstock, fizkes
Von Arbeitsschutzbetreuung über Arbeitsmedizin bis hin zur Vorbereitung auf eine Betriebsbegehung: Bei der Deutschen Mittelstandsschutz bist du an der richtigen Adresse. © Shutterstock, fizkes

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Beitragsbild: © Shutterstock, Rido

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