Zukunft Arbeitswelt: Arbeitszeitmodelle Arbeiten Nine to Five war gestern

Wenn wir an die Zukunft der Arbeitswelt denken, begegnet uns immer wieder ein auch schon heute aktuelles Thema: unsere Arbeitszeiten. Wie werden flexible Arbeitszeiten zukünftig in unserem Joballtag umgesetzt? Wird die 40-Stunden-Woche oder der 8-Stunden-Tag noch die Regel sein? Sind vom Arbeitgeber festgelegte Arbeitszeiten überhaupt noch realistisch?

  • 08.12.2021
  • Vivien Hahn

Schon vor der Corona-Krise waren flexiblere und innovativere Arbeitszeitmodelle gefragt. Während der Pandemie ist dieser Wandel um ein vielfaches vorangetrieben worden und heute kann sich kaum ein Mitarbeiter vorstellen, auf die vielen Annehmlichkeiten, die das Homeoffice mit sich bringt, vollständig wieder zu verzichten. Besonders die flexible und eigenverantwortliche Arbeitszeitgestaltung ist ein ausschlaggebender Vorteil.

Unsere Arbeitszeiten werden sich also an die zukünftigen Arbeitsmodelle anpassen. Schenkst du deinen Mitarbeiter hier Vertrauen und Freiheiten, wirst du dich mit deinem Unternehmen von anderen abheben und deine Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Was aber werden die Arbeitszeit Trends werden? Wie flexibel werden wir wirklich arbeiten können? Genau auf diese Fragen geben wir dir heute eine Antwort.

Das erfährst du in diesem Beitrag:

Wenn wir von Transformation der Arbeitswelt sprechen, können wir auch immer wieder ein Wandel der Arbeitszeiten und Methoden feststellen. Die sich ausbreitende Digitalisierung sowie globale Vernetzungen von Unternehmen erfordern zusätzliche Anpassungen. Auch ändern sich stetig die Erwartungen, die Arbeitnehmer an Unternehmen haben.

Welche Punkte lassen sich also in puncto Arbeitsmodelle feststellen?

  • Traditionelle Arbeitszeitmodelle stoßen an ihre Grenzen
  • Ort- und zeitflexibles Arbeiten gewinnt an Bedeutung
  • Arbeitszeiten müssen so flexibel und bedarfsgerecht gestaltet sein, dass sie Unternehmen im globalen Wettbewerb die notwendige Beweglichkeit einräumen
  • Es gibt kein Patentrezept für perfekte Arbeitszeitgestaltung

Was für Arbeitszeitmodelle gibt es?

Schauen wir uns nochmal an, was die typischen Arbeitszeitmodelle heutzutage sind. Einige von ihnen lassen sich auch heute schon flexibel gestalten und wieder neu aufgreifen

Gleitzeit

Gleitzeit gehört zu den modernen Arbeitszeitmodellen und ist flexibel angepasst. Deinen Mitarbeitern wird kein fester Arbeitsstart und -endpunkt gesetzt. Dadurch können sie quasi kommen und gehen, wann sie wollen, solange sie ihre wöchentliche Arbeitszeit erfüllen. Oft werden je nach Unternehmen Kernarbeitszeiten vorgeschrieben, in der Arbeitnehmer auf jeden Fall anwesend sein müssen.

Ganz nach ihren Bedürfnissen und ihrer persönlichen Arbeitsweise können sie ihre Arbeitszeit anpassen. Mütter oder Väter können beispielsweise so ihre Kinder in die Kita oder Schule bringen und starten etwas später in ihren Arbeitstag. Andere haben erst später am Tag ihre produktivste Phase und arbeiten dafür gerne bis in den Abend rein. Innerhalb der Kernarbeitszeiten werden die Präsenztermine wie Meetings mit Projektgruppen, Teams oder Kunden abgehalten.

Teilzeit

Ein weit verbreitetes und schon lange existierendes Arbeitszeitmodell ist die Teilzeitstelle. Mit ihr haben Familien mit Kindern, Alleinerziehende oder Mitarbeiter, die anderweitig nicht die Möglichkeit haben, mehr zu arbeiten, die Chance, Beruf und Privates miteinander zu verbinden. Teilzeitkräfte arbeiten ca. 10 bis 32 Stunden pro Woche und können diese je nach Absprache mit dem Arbeitgeber flexibel anpassen. Damit gehört die Teilzeit eigentlich auch schon zu den modernen Arbeitszeitmodellen, da sie besonders flexibel anpassbar ist. Das Modell bedeutet aber nicht automatisch, dass der Mitarbeiter am Nachmittag immer frei hat, sondern wird eher mit der Wahlarbeitszeit verbunden.

Vertrauensarbeitszeit

Bei der Vertrauensarbeitszeit liegt – wie der Name schon sagt – das Vertrauen des Unternehmens darauf, dass Mitarbeiter die Aufgaben eigenverantwortlich und zuverlässig im Rahmen der vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit erledigen. Dabei unterliegen sie quasi keiner genauen Erfassung der Arbeitszeit. Mitarbeiter haben so die Möglichkeit ihre Arbeitszeit an private Termine, Bedürfnisse oder Erledigungen anzupassen. Wichtig hierbei ist, dass am Ende der Woche alle Aufgaben erledigt worden sind.

Jahresarbeitszeit

Das Grundprinzip besteht darin, dass mit den Beschäftigten eine jährliche Arbeitszeit vereinbart wird. In der Regel basiert sie auf einer durchschnittlichen täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit. Die Jahresarbeitszeit errechnet sich aus der Zahl der Arbeitstage (variiert von Jahr zu Jahr) und der vertraglich vereinbarten täglichen Arbeitszeit.

Das Konzept der Jahresarbeitszeit ermöglicht es, die Arbeitszeit innerhalb eines Jahres beispielsweise nach Saison unterschiedlich zu gestalten. In Hochphasen liegt die Arbeitszeit über der durchschnittlichen Soll-Arbeitszeit. In Niedrigphasen ist sie dagegen geringer. Im Laufe des Jahres sollten sich diese Unterschiede ausgleichen, was meist durch ein Jahresarbeitszeitkonto erfasst und analysiert wird.

Die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle lassen sich an die Anforderungen deines Unternehmens anpassen. © Shutterstock, afotostock

Wie wirkt sich die Arbeitszeit auf meine Mitarbeiter aus?

Die Arbeitszeiten spielen bei der Gesundheit deiner Mitarbeiter eine wichtige Rolle.
Je länger ein Mitarbeiter arbeiten muss, desto mehr wirkt sich dies auf seine Stimmung, sein Stresslevel oder letztendlich auf seine Gesundheit aus.

Trotz neuer Trends im Bereich des flexiblen Arbeitens mit unterschiedlichen Arbeitszeiten, sollte die tägliche Arbeitszeit 10 Stunden nicht überschreiten. Das Arbeitszeitgesetz hat nicht ohne Grund seine Berechtigung und wird auch in Zukunft von hoher Relevanz sein.

Je länger eine Person am Stück ohne ausreichende Pausen arbeitet, desto anstrengender und erschöpfender kann das sein. Dabei kommt es auch darauf an, wie sehr die Arbeit eine Person beansprucht. Nach etwa acht Stunden Arbeitszeit nimmt die Produktivität deutlich ab. Ermüdung und schlechtere Konzentration steigen an, ebenso wie die Unfallgefahr.

Folgen von zu langen Arbeitszeiten können unter anderem sein:

  • Psychische Belastungen
  • Physische Belastungen
  • Druck, Stress
  • Burnout

Auch innerhalb moderner, flexibler Arbeitszeitmodellen muss die Arbeitszeit überprüfbar sein, um Mehrarbeit zu verhindern und sich an die rechtlichen Bestimmungen halten zu können. Mitarbeiter müssen daher, egal wie flexibel sie arbeiten, ihre Stunden dennoch verfolgen. Mehr zu den gesundheitlichen Belastungen kannst du hier nachlesen.

Was sind flexible Arbeitszeiten?

Flexible Arbeitszeiten bieten Arbeitnehmern eine Alternative zu den üblichen “9-to-5” Arbeitszeiten, welche sich auf eine 40-Stunden-Woche belaufen. Flexible Arbeitszeiten bedeuten, dass es keinen strikten Zeitplan gibt, der für jeden Mitarbeiter gleich ist. Stattdessen können Arbeitnehmer Zeitfenster wählen, die ihnen während des Tages (oder aber in der Nacht) am besten passen. Arbeitnehmer haben so die Möglichkeit, die Zeiten für den Beginn und das Ende ihres Arbeitstages zu variieren, so fern sie das erforderliche Arbeitspensum erfüllen und das Produktivitätsniveau beibehalten.
Durch einen flexiblen Tagesablauf haben deine Mitarbeiter mehrere Möglichkeiten:

  • Früh anfangen und früh aufhören
  • Später anfangen zu arbeiten und später im Dienst bleiben
  • In der Mittagspause zusätzliche Zeit nehmen, die später nachgeholt wird
  • In der Nacht arbeiten
  • Flexible Wochenenden oder feste Arbeitstage an benutzerdefinierten Wochentagen
Flexible Arbeitszeiten sich auch in der Zukunft von Bedeutung für die Arbeitswelt.  © Shutterstock,  gpointstudio
Durch flexible Arbeitszeitmodelle bieten sich für Arbeitnehmer und Arbeitgeber viele Vorteile. © Shutterstock, gpointstudio

Welche flexiblen Arbeitszeitmodelle sind in der Zukunft richtungsweisend?

Heutzutage gibt es bereits eine ganze Reihe moderner Arbeitsmodelle, die mehr Flexibilität und Unabhängigkeit bieten. Oftmals kann damit auch die Produktivität und Gesundheit der Arbeitnehmer deutlich verbessert werden. Welche Arbeitszeitmodelle sich bereits in Unternehmen etabliert haben und für unsere Arbeitswelt der Zukunft von Bedeutung sind, erfährst du in diesem Abschnitt.

1. Homeoffice/ Telearbeit

Das Homeoffice ist zurzeit ein sehr beliebtes Arbeitsmodell, welches das Zuhause zum Büro macht. Es etabliert sich immer stärker in unserer Arbeitswelt und ist nicht mehr weg denkbar. Durch die Nutzung kollaborativer und cloud-basierter Techniken hat stehen alle wichtigen Daten zur Verfügung und die vor-Ort-Präsenz erübrigt sich damit. Feste Zeiten der Erreichbarkeit werden gemeinsam im Team und mit dem Vorgesetzten festgelegt. Pausen oder Aufgaben teilt sich der Arbeitnehmer jedoch meistens selber ein. Das reine Homeoffice wird in der Zukunft jedoch von der Telearbeit überholt. Der Arbeitnehmer kann bei diesem modernen Arbeitszeitmodell selbst entscheiden, ob er lieber im Büro oder zu Hause arbeiten möchte und auch, wann er das tut. Wie sich diese beiden Arbeitszeitmodelle unterscheiden und definieren, erfährst du in diesem Beitrag “Praktische Infos zum Arbeitsschutz im Homeoffice”.

2. Vier-Tage-Woche

In Ländern wie Schweden, Frankreich oder der USA ist die vier Tage Woche schon fest in die Arbeitszeitmodelle integriert. Oft können Aufgaben statt in fünf auch in vier Tagen erledigt werden. Das schafft für Arbeitnehmer einen zusätzlichen Tag Freizeit und somit auch eine bessere Erholung. Ein höherer Freizeitausgleich sorgt bei Mitarbeitern für eine bessere mentale und körperliche Gesundheit und wirkt sich dadurch auch positiv auf die Produktivität während der Arbeitszeiten aus.

Die Vier-Tage-Woche kann zum Beispiel auch immer nur im Sommer oder immer nur im Winter stattfinden. Damit ermöglicht man eine saisonale Reduktion der Arbeitszeit und reagiert so flexibel auf Mitarbeiterwünsche oder auch auf geringere Auslastung.

Vorteile, die für eine Vier-Tage-Woche sprechen:

  • Kürzere Arbeitszeit bedeutet nicht automatisch weniger Erfolg
  • Weniger Fehltage
  • Bessere Arbeitsatmosphäre
  • Gesundheitliche Vorteile

3. Sabbatical

Unter Sabbatical versteht man eine zeitlich begrenzte Auszeit vom Beruf, die darauf abzielt neue Kraft und Motivation zu tanken, um dann mit neuem Ideenreichtum und mehr Leistungsstärke zurück in den Beruf zu kehren. Ein Sabbatical kann einen Zeitraum von einem Monat bis zu einem Jahr umfassen. In diesem Zeitraum nimmt der Arbeitnehmer quasi einen unbezahlten Sonderurlaub und hat danach einen Anspruch darauf, wieder an seinen alten Arbeitsplatz zurückzukehren.

Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst haben heute schon ein Anspruch auf ein Sabbatjahr. In einigen Unternehmen der freien Wirtschaft wird der „unbezahlte Urlaub“ heute auch schon angeboten. Für ein Sabbatical existieren bisher keine gesetzlichen Regelungen, weshalb dieses in individueller Absprache mit dem Unternehmen auch mehrmals genommen werden kann.

Grundsätzlich kann man mit dem Arbeitgeber verschiedene Finanzierungs- und Realisierungsmodelle absprechen. Beispiele dafür wären unter anderen ein Langzeitarbeitskonto, bei dem der Arbeitnehmer Überstunden und nicht verbrauchte Urlaubstage sammeln kann. Auch ein Lohnverzicht durch Teilzeitmodell, bei dem der Arbeitnehmer zwar die volle Zeit arbeitet, sich aber zum Beispiel nur 80 % des Gehalts auszahlen lässt und während des Sabbaticals eine Entgeltfortzahlung in Anspruch nimmt, sind eine mögliche Variante.

Ein Sabbatical kann Arbeitgeber dabei helfen Mitarbeiter zu halten. © Shutterstock, Olesya Kuznetsova
Ein Sabbatical kann eine sinnvolle Auszeit sein, um danach wieder produktiv in den Job zurückzukehren. © Shutterstock, Olesya Kuznetsova

4. Jobsharing

Beim Jobsharing wird eine Vollzeitarbeitsstelle unter zwei oder mehr Arbeitnehmern aufgeteilt. Es ist ähnlich aufgebaut wie eine Teilzeitstelle, wobei sich beim Jobsharing die Mitarbeiter, was Arbeitszeit und Aufgabenteilung angeht, selber organisieren und abstimmen. Auch die Arbeitszeiten innerhalb einer Gruppe können individuell vergeben werden, solange die wöchentliche Arbeitszeit einer Vollzeitstelle entspricht. Man hat die Möglichkeit den gleichen Job zu „splitten“, also Aufgaben und Zeiten untereinander aufzuteilen und eigenständig zu arbeiten, oder aber den Job „pairen“, wo man gemeinsam an den Aufgaben arbeitet, Verantwortung gemeinsam übernimmt und Entscheidungen zusammen trifft.

Jobsharing ist in der Praxis teilweise schwierig umzusetzen, da die Jobpartner sehr gut aufeinander abgestimmt sein müssen und beide gleichermaßen an dem Projekt mitarbeiten sollten. Dabei ist Organisation und intensive Kommunikation der Partner unerlässlich. Für Unternehmer hat das Jobsharing vor allem durch die Synergie beider Partner positive Auswirkungen auf die Arbeitsleistung. Doppelter Input für eine Stelle, was auch doppelten Output bedeutet, Krankheiten können mühelos abgefangen werden und der Lerneffekt der Mitarbeiter steigt.

5. Weiterarbeiten nach Renteneintritt

In vielen Unternehmen herrscht Fachkräftemangel und oft gibt es Senioren, die sich auch nach Renteneintritt noch produktiv beschäftigen wollen. Die Lösung ist, beides zu verbinden. Menschen über 65 werden weiter im Unternehmen beschäftigt und können ihr Expertenwissen so an die jüngeren Arbeitnehmer weitergeben.

Möglich sind zudem Patenschaften für Auszubildende, das Nutzen von speziellen Netzwerken oder Wirtschaftsforen für Senioren, die der Firma mit Rat zur Verfügung stehen. Oft sogar ohne Bezahlung, einfach, weil es Spaß macht und eine Beschäftigung stattfindet. Gerade Senioren, die sich nach sozialen Kontakten sehnen, können von diesem Modell immens profitieren.

6. 6-Stunden-Tag

In Schweden wurde dieses Experiment schon durchgeführt: Mitarbeiter arbeiten statt acht Stunden täglich nur noch sechs Stunden. Dabei erhalten sie jedoch den gleichen Lohn. Dieses Modell soll dazu beitragen, Mitarbeiter zu entlasten und sie in ihrer Produktivität unterstützen. Eigentlich basiert das Konzept auf der Annahme, dass eine Arbeit, die an einem 8-Stunden-Tag erledigt wird, auch innerhalb von sechs Stunden zu schaffen ist. Mitarbeiter verlieren an einem 8-Stunden-Tag öfters die nötige Konzentration oder Produktivität, welche bei sechs Stunden effektiver ausfällt.

Welche Form der Arbeitszeitmodelle für dein Unternehmen passend sind, musst du als Arbeitgeber ganz individuell entscheiden. Oft bringt es auch schon viel, sich mit seinen Mitarbeitern auszutauschen, wo mehr Flexibilität gewünscht und umsetzbar ist.

Arbeitszeitmodelle sind eng mit dem Arbeitsplatz und der allgemeinen Bürogestaltung verbunden. Welche Trends künftig für Unternehmen von Bedeutung sind, erfährst du in unserem Beitrag Zukunft Arbeitswelt: Büro 4.0.

Was sind deine Vorteile von flexiblen Arbeitszeitmodellen?

Neben den Vorteilen im Kampf der Fachkräfte sorgen flexible Arbeitszeitmodelle und digitale Arbeitsplätze vor allem für eine erhöhte Produktivität unter deinen Mitarbeitern. Dank Arbeit 4.0 ist dies erst richtig möglich. Deine Mitarbeiter sind zufriedener und motivierter, wenn ihnen mehr Freiheiten eingeräumt werden und die Work-Life-Balance stimmt. Auch erhöht es die Produktivität und die Leistungsfähigkeit deiner Mitarbeiter.

Recruiting von Fachkräften und neuen Personal funktioniert besser, wenn Mitarbeiter glücklich sind und man als attraktives Unternehmen etwas mehr bieten kann, als die Konkurrenz. So hebst du dich im Wettbewerb ab und steigerst das Image deiner Arbeitgebermarke. Auch Mitarbeiter bei sich zu halten und eine hohe Fluktuation zu vermeiden, kann mit dem Angebote alternativen Arbeitszeitmodellen unterstützt werden, da die Loyalität zum Unternehmen steigt.

Stress ist einer der häufigsten Gründe für eine Erkrankung. Wieso also nicht für ein langes Miteinander sorgen und Mitarbeiter vor zu viel Druck und Stress bewahren? Es hat sich ergeben, dass Arbeitnehmer, wenn sie mehr Zeit für ihr Privatleben haben, ausgeglichener und entspannter im Arbeitsalltag sind. Das verbessert nicht nur das gesamte Arbeitsklima, auch die Gesundheit der Arbeitnehmer wird gefördert.

Gründe für den Einsatz von flexiblen Arbeitszeiten:

  • Wettbewerbsfähigkeit verbessern
  • Sicherung von Arbeitsplätzen
  • Arbeitsmotivation erhöhen
  • Kosten reduzieren
  • Fachkräfte rekrutieren und halten
  • Weiterbildungsmaßnahmen durchführen
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Lebensqualität steigern

Das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz ist aktueller und wichtiger denn je. Dabei spielen sowohl physische als auch psychische Belastungen eine Rolle. Eine ausgewogene Work-Life-Balance spielt bei der Gesundheit von Mitarbeitern eine ausschlaggebende Rolle. Wer sich daher frühzeitig flexibel aufstellt, kann Erkrankungen und damit verbundenen langen Fehlzeiten durch Stress und Überforderung vorbeugen.

Stress und psychische Belastungen am Arbeitsplatz können schnell negative Auswirkungen auf deine Mitarbeiter haben.  © Shutterstock, fizkes
Stress und psychische Belastungen am Arbeitsplatz können schnell negative Auswirkungen auf deine Mitarbeiter haben. © Shutterstock, fizkes

Was sind mögliche Nachteile von neuen Arbeitszeitmodellen?

Ja, leider gibt es sie auch. Wo Vorteile sind, gibt es auch Nachteile. Wobei hier die Vorteile definitiv überwiegen. So innovativ und zukunftsträchtig viele neue Arbeitsmodelle sind, können sie auch negative Aspekte mit sich bringen. Die Digitalisierung ermöglicht ein höchst flexibles Arbeiten. Internationale Vernetzungen, Zeitverschiebungen oder Meetings in anderen Städten sind kein Problem mehr. Zu viel Flexibilität kann aber auch zu Unsicherheiten führen und letztendlich schädlich für deine Mitarbeiter sein.

Schon die Arbeit im Homeoffice hat gezeigt, dass nicht jeder Mitarbeiter nur rein digital arbeiten kann und will. Mitarbeiter, die regelmäßig von zu Hause aus oder außerhalb der normalen Arbeitszeiten arbeiten, sind für Kollegen und Arbeitgeber beinahe unsichtbar. Flexibel zu arbeiten verlangt von den Mitarbeitern viel Eigenständigkeit ab, die nicht jeder gut umsetzen kann. Es besteht die Möglichkeit, dass diese dann der Arbeit ausweichen und privaten Angelegenheiten zu viel Aufmerksamkeit schenken.

Die Arbeit aus dem Homeoffice hat leider oftmals auch gezeigt, dass Mitarbeiter an ihre Grenzen kommen. Geht um 20 Uhr eine E-Mail Anfrage ein, wird dann doch nochmal schnell eine Antwort verfasst, Projekte werden länger bearbeitet, die Grenzen zwischen Arbeitstag und Privatleben verschwimmen.

Grenzen festzulegen ist aber nicht nur aus rechtlicher Sicht von Vorteil. Wenn es keine klaren Grenzen für die Arbeitszeiten deiner Mitarbeiter gibt, können diese leicht in die Falle tappen, ständig zu arbeiten – oder auch zu wenig. Daher ist es besonders wichtig, klare Regeln bei der Einführung flexibler Arbeitszeiten aufzustellen und das Ergebnis der geleisteten Arbeit über die Arbeitszeit selbst zu stellen. Pausen und Arbeitsende sollten von Arbeitnehmern selbst klar definiert werden. Auch dies verhindert Mehrarbeit und Stress. Wie deine Mitarbeiter sich im Homeoffice organisieren können, haben wir im Beitrag Organisation im Homeoffice zusammengefasst.

Als Arbeitgeber solltest du dir über die Anzeichen von zu viel Stress bewusst sein und dich über Maßnahmen informieren, wie du psychische Belastungen am Arbeitsplatz vermeiden kannst.

Wie dich die Deutsche Mittelstandsschutz unterstützen kann

Bei uns kannst du dich zu allen Themen rund um Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin informieren. Ein wichtiges Thema wird auch in Zukunft die Gefährdungsbeurteilung in deinem Unternehmen sein. Bei einer Gefährdungsbeurteilung werden die Risikofaktoren evaluiert, die der Arbeitssicherheit, dem Arbeitsschutz und der Gesundheit der Mitarbeiter auch im Homeoffice oder innerhalb anderer flexibler Arbeitsmodelle schaden können. Dazu gehören auch psychische Belastungen.

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So wird Arbeitssicherheit für dein Unternehmen einfach, du sparst viel Zeit sowie Geld und kannst dich auf die Entwicklung neuer Arbeitszeitkonzepte in deinem Unternehmen konzentrieren.
Bei weiteren Fragen freuen wir uns auf deine Kontaktaufnahme und helfen dir jederzeit gerne weiter!

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