Organisation im Homeoffice Wie kannst du von zu Hause aus erfolgreich arbeiten?

Das Arbeiten von zu Hause aus hat eine neue Wichtigkeit bekommen. Wie aber kannst du deine Homeoffice Organisation so effektiv gestalten, dass du genauso produktiv bist wie im Büro? Wir haben ein paar Tipps, welche dir das Arbeiten zu Hause erleichtern.

  • 10.06.2021
  • Vivien Hahn

Wie schön es doch sein könnte, von überall zu arbeiten. Morgens keine langen Anfahrtswege ins Büro, abends einfach den Laptop zuklappen und ab in den wohlverdienten Feierabend. Doch für viele kann das Arbeiten im Homeoffice auch eine extrem große Herausforderung bedeuten. Es lauern nicht nur an jeder Ecke Ablenkungen und Versuchungen, die einen aus dem produktiven Arbeitstag herausholen wollen. Auch falsche Selbstorganisation, Zeitmanagement und Disziplin können zu starker Belastung führen.

Spätestens seit der Corona-Pandemie sind viele von uns vor die Herausforderungen gestellt worden, die das Homeoffice mit sich bringt. Und bereits jetzt steht in vielen Unternehmen fest, dass das Homeoffice auch nach der Corona-Pandemie teilweise oder vollständig fortgeführt wird. Mit ein paar hilfreichen Tipps und der richtigen Organisation hält das Arbeiten im Homeoffice so einige Annehmlichkeiten bereit!

Das erfährst du in diesem Beitrag:

Wie kannst du dich am besten im Homeoffice organisieren?

Zum erfolgreichen Homeoffice gehört auch eine gute Portion Selbstorganisation und Struktur. Nicht nur die vermeintliche Vermischung von Privat- und Berufsleben oder die geringere soziale Interaktion spielen dabei eine Rolle.

Gute Selbstorganisation hilft dabei, die Zeit produktiv zu nutzen. © Shutterstock, Sharomka
Als Arbeitgeber kannst du deinen Mitarbeitern im Homeoffice Hilfe zur Selbstorganisation geben. © Shutterstock, Sharomka
  1. Lege zu Anfang deine Arbeitszeiten fest
    Gleich zu Beginn deines Homeoffice-Tages solltest du die Arbeitszeiten festlegen. Wichtig ist natürlich auch, dass du im Rahmen aller rechtlichen Bedingungen bleibst. Gib deinen Kollegen darüber Bescheid, damit sie wissen, wann du für Fragen oder andere Kommunikation erreichbar bist.
  2. Sorge für eine gute Struktur
    Schreibe dir morgens deine To-do-Liste für den Tag und notiere alle in der Woche anfallenden Deadlines. Lege dir für deine Aufgaben selber ein Zeitlimit fest und versuche, in diesem zu bleiben. So ist es leichter, sich realistische Ziele zu setzen. Wenn du dir zu hohe Ansprüche setzt, sind Stress und Frust vorprogrammiert. Deine Arbeit kannst du auch mithilfe verschiedener Techniken einteilen. Ein Beispiel ist die Pomodoro-Technik. Mit dieser teilst du deine Aufgabe in mehrere Untereinheiten auf und setzt dir ein festes Zeitfenster von fünfundzwanzig Minuten. Nun arbeitest du 25 Minuten intensiv an deiner Aufgabe und machst danach fünf Minuten eine Pause. Die Technik sieht vor, dass du insgesamt viermal 25 Minuten arbeitest und dann eine längere Pause machst.
  3. Plane deine Pausen fest ein 
    In der Pause mal eben die Wäsche im Keller anstellen oder eine Folge der aktuellen Serie zu schauen, sind die angenehmen Seiten im Homeoffice. Wichtig ist dabei nur, sich nicht zu sehr ablenken zu lassen und auch alle Aufgaben des Arbeitstages in der festgelegten Zeit zu meistern. Deshalb ist es sinnvoll, dir schon am Morgen zu überlegen, was du in deinen Pausen machen möchtest und diese auch fest zu planen. Deine Pausen sollen dich entspannen und sollten daher auch nicht nur mit Hausarbeit gefüllt werden. Wie wäre es mit einem kleinen Sportprogramm während deiner Pause? Auch ein Spaziergang draußen kann wahre Motivationswunder bewirken. Wer sich zu Hause weniger gut konzentrieren kann, kann auch versuchen, mit mehreren kleinen Pausen den Tag zu planen. Lieber zwei Stunden produktiv und intensiv an die Arbeit gehen, als am Ende des Tages durch zu wenige Pausen gestresst zu sein. Oft wird nämlich in dieser Zeit auch nicht effektiv gearbeitet.
  4. Gestalte deinen Arbeitsplatz gesundheitsbewusst
    Nicht nur für deine Motivation sind Pausen sehr wichtig. Oft ist die Arbeit im Homeoffice durch andere Gegebenheiten auch körperlich belastend. Dein Küchentisch ist wahrscheinlich nicht so genau auf ein langes Arbeiten angepasst wie dein Bürotisch im Unternehmen. Auch bei den Stühlen zu Hause gibt es oft einen großen ergonomischen Unterschied. Dein Körper ist dadurch anders belastet und reagiert darauf gerne mal mit Kopf- oder Rückenschmerzen. Gönne dir deshalb öfter mal ein paar kurze Pausen, in denen du dich streckst, aufstehst, deine Augen schließt und den Körper entspannst. Wie du dich auch zu Hause fit halten kannst, erfährst du in unserem Beitrag So kommst du fit durch einen langen Arbeitstag.
  5. Werde dir möglicher Ablenkungen bewusst
    Gerade zu Hause locken die verschiedensten Ablenkungen, die dich von der Arbeit abhalten. Werde dir dieser am besten gleich zu Anfang bewusst und versuche, sie so weit es geht von dir fernzuhalten. Bitte deine Familie oder Freunde, dich während deiner Arbeitszeit nicht zu stören oder etwaige Aufgaben während dieser Zeit zu übernehmen. Kinderbetreuung und Homeoffice unter einen Hut zu bekommen, kann auf Dauer sehr anspruchsvoll und stressig sein. Achte besonders bei dem Thema Stress auf dein Gefühl. Psychische Belastungen können auch im Homeoffice die Arbeit erschweren. Wie du Symptome frühzeitig erkennen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.
Homeoffice kann mit ein paar Tipps und Tricks sehr erfolgreich gestaltet werden. © Shutterstock, GoodStudio
Ein paar Tipps und Tricks helfen dir dabei, deine Zeit produktiv einzusetzen. © Shutterstock, GoodStudio

Welche Tipps sollte ich im Homeoffice besonders beachten?

Gerade während der Corona-Pandemie hat die Arbeit von zu Hause aus einen neuen, wichtigen Stellenwert bekommen. Überall dort, wo es möglich ist, soll von zu Hause aus gearbeitet werden. Für viele ist dies natürlich auch mit großen Herausforderungen verbunden. Was für den einen kein Problem ist, weil sich die Kombination Leben und Arbeiten gut verbinden lässt, ist für den anderen eine immense Umstellung und Herausforderung. Nicht jeder arbeitet gerne aus dem Homeoffice heraus. Es fehlen die sozialen Kontakte, der persönliche Austausch mit Kollegen oder man scheut sich davor, die Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben zu bewältigen. Mit ein paar Tipps kannst du dir das Homeoffice aber ganz einfach effektiver gestalten. 

  1. Nutze die gewonnene Zeit sinnvoll für dich
    Durch das Wegfallen des Anfahrtswegs gewinnst du mehr Zeit. Diese kannst du besonders gut für dich nutzen. Du gehst sonst immer ohne Frühstück aus dem Haus? Im Homeoffice hast du die Möglichkeit, neue Aktionen in deinen Tagesablauf oder deine Morgenroutine zu integrieren. Wie wäre es zum Beispiel, wenn du morgens schon mit einem kurzen Workout startest oder meditierst? Dinge von deiner privaten To-do-Liste lassen sich jetzt besonders gut erledigen. Du kannst die gewonnene Zeit natürlich auch dafür nutzen, früher in deinen Arbeitstag zu starten. 
  2. Versuche dein Homeoffice räumlich abzugrenzen
    Vielleicht hast du in deiner Wohnung oder deinem Haus noch ein Zimmer übrig, das du als Homeoffice umfungieren kannst. Im Idealfall hast du sogar einen Raum , den du als  dein Büro nutzen kannst. Doch bei vielen ist Kreativität und Umdenken gefragt. Oft muss man aufgrund von Platzmangel sein Homeoffice im Wohn- oder Schlafzimmer integrieren. Da hilft es schon etwas, wenn man zum Beispiel mithilfe eines Regals eine kleine räumliche Trennung erzeugt. 
  3. Kleide dich so wie im Büro
    Oben hui mit Hemd und unten pfui in Joggers, weil man in Meetings nur deinen Oberkörper sieht, ist zwar ganz lustig, aber letzten Endes für deine Produktivität eher hinderlich. Durch das Tragen deiner Arbeitskleidung bereitest du dich mental darauf vor, zu arbeiten. Dazu gehört auch die morgendliche Dusche oder das Fertigmachen vor Arbeitsbeginn. Behalte diese Routine auf jeden Fall bei, du wirst merken, dein ganzer Körper ist dann im Arbeitsmodus und das hilft dir dabei, produktiver in den Tag zu starten. Wenn man dann zum Feierabend wieder in seine Lieblings-Jogger zurückkehrt, fühlt man auch viel besser das Ende des Arbeitstages und kann sich seinen privaten Aktivitäten widmen.  
  4. Kommuniziere mit deinen Kollegen
    Die Arbeit alleine kann teilweise sehr konzentriert und intensiv sein. Trotzdem solltest du den Kontakt zu deinen Kollegen nicht verlieren. Oft kommen kreative Ideen eben erst in Gesprächen zustande und auch um sich während der Arbeit nicht zu schnell in die Einsamkeit lenken zu lassen, ist der Kontakt zu deinen Kollegen sinnvoll. Hier kannst du das digitale Zeitalter in vollen Zügen (aus)nutzen! Installiert euch eine Chatsoftware, über die ihr auch mal schnell einen Smiley schicken könnt oder Bescheid gebt, wenn ihr zum Mittagessen seid. Wichtig ist auch, das morgendliche Begrüßungsritual und die Verabschiedung in den Feierabend.
  5. Mache wirklich Feierabend
    Eigentlich klingt es ja ganz einfach: Nach getaner Arbeit den Laptop schließen und in den Feierabend gehen. Alles, was danach noch anfällt, wird am nächsten Arbeitstag erledigt. Im Homeoffice verschwimmt diese Grenze jedoch sehr gerne. Kommt abends noch eine Mail oder ein Anruf rein, wird dies gerne noch schnell bearbeitet. Auch die Versuchung, noch bis tief in die Nacht an den anstehendenden Projekten zu arbeiten, ist hoch. Deine Erreichbarkeit sollte sich aber nur auf deine Arbeitszeit beschränken. Abzuschalten und sich geistig anderen Dingen zuzuwenden, ist für dich sehr wichtig. Nicht nur schlechter Schlaf kann die Folge von zu langem Arbeiten sein, dein gesamtes Wohlbefinden und deine Gesundheit kann durch zu viel Stress negativ beeinträchtigt werden. 

Checkliste für ein organisiertes Homeoffice

Damit du alles auf einen Blick und eine kleine Erinnerungsstütze hast, haben wir dir das in unserer Checkliste zusammengefasst. So kannst du ab und an nachsehen, ob du in allen Bereich zufrieden bist oder ob du an der ein oder anderen Stelle nachjustieren möchtest.

Feste Strukturen können für deutliche Entlastung im Homeoffice sorgen. © www.mittelstandsschutz.de
Ist dein Arbeitsplatz im Homeoffice schon gut gestaltet und organisiert? © www.mittelstandsschutz.de

Wie gestalte ich meinen Arbeitsplatz sinnvoll?

Dein Schreibtisch ist dein alltäglicher Begleiter und sollte dir daher auch ein gutes Gefühl vermitteln. Bunte, wirre Farben oder riesige Ablagestapel sind also fehl am Platz! Lass dich nicht von zu vielen verschiedenen Farben oder bunten Post-its ablenken. Ein einheitliches Farbschema aus beruhigenden Tönen wie beige, grau oder taupe unterstützt das Gesamtbild und fördert die Konzentration. Kleinkram, Stifte und was sonst noch so umherfliegt, lagerst du am besten geordnet in Bechern oder Boxen. Für alles findet sich der passende Behälter! 

Eine aufgeräumte Arbeitsplatte ist das A und O. Unterlagen und sonstige Utensilien solltest du deshalb lieber auslagern. Sei es in einem Rollschrank unter deinem Schreibtisch, in Schubladen unter dem Tisch oder einfach in Regalfächern in deiner Nähe. Hauptsache dein Schreibtisch ist frei und du kommst an die benötigten Gegenstände leicht und unkompliziert während der Arbeit heran. Ein kleiner Tipp: Nutze den Raum. Tischkalender, Deko oder Schreibutensilien müssen nicht immer auf der Arbeitsfläche liegen. Man kann sie auch wunderbar an die Wand hängen oder kleine Regale anbringen, auf denen man Dinge abstellt. So organisierst du nicht nur deinen Schreibtisch, sondern schaffst dir einen kompletten Homeoffice-Arbeitsplatz.  

Im Homeoffice sollte der Arbeitsplatz am besten vom Privatbereich getrennt werden.
Im Idealfall sollte der Arbeitsplatz im Homeoffice vom restlichen Privatbereich abgrenzt werden. © Shutterstock, Drazen Zigic

Nicht nur der Schreibtisch an sich, auch die Lage und Position deines Arbeitsplatzes können für ein effektives Arbeiten entscheidend sein. Psychologisch verbinden wir mit den Räumen verschiedenes Verhalten. Das Wohnzimmer ist ein Ort der Entspannung und Unterhaltung. Mit dem Schlafzimmer verbinden wir zum Beispiel einen Ort der Ruhe und des Schlafens. Unser ganzer Körper sträubt sich also gerne mal, wenn es darum geht, in einem dieser Räume zu arbeiten. Umso wichtiger ist es, deinen Arbeitsplatz abzugrenzen und diesen auch nur zum Arbeiten zu verwenden. 
Dein Arbeitsplatz sollte sich zusätzlich in der Nähe eines Fensters befinden oder aber mit ausreichend Beleuchtung ausgestattet sein. 

Wie ist es mit der Arbeitssicherheit im Homeoffice?

Auch für die Arbeit im Homeoffice gilt übrigens das Arbeitssicherheitsgesetz. Um für ausreichenden Arbeitsschutz zu sorgen, ist es notwendig, auch zu Hause eine Gefährdungsbeurteilung vor Aufnahme der Arbeit durchzuführen. 
Durch eine Beurteilung der Gefährdungen hat dein Arbeitgeber zu ermitteln, welche Maßnahmen der Arbeitssicherheit eventuell bei dir zu Hause erforderlich sind.

Für Mitarbeiter im Homeoffice eignet sich eine digitale Lösung besonders gut. Mit der digitalen Gefährdungsbeurteilung von Deutsche Mittelstandsschutz können Mitarbeiter eigenständig alle Gefahren im Homeoffice analysieren. Das geht einfach, spart Zeit und Ressourcen. Mache jetzt kostenlos den Check und erhalte in wenigen Minuten eine Analyse der aktuellen Gefährdungslage deiner Mitarbeiter. Bei Fragen wende dich gerne jederzeit an uns. Wir stehen dir als kompetenter Partner der Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin und des Arbeitsschutzes tatkräftig zur Seite.

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Beitragsbild: © Shutterstock, Dean Drobot

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