Weltschlaftag Deshalb ist ein erholsamer Schlaf so wichtig

Am 20. März ist der Weltschlaftag. Zum Gähnen? Ganz und gar nicht. Das Thema Schlaf ist ebenso wichtig wie interessant. Bei uns erfährst du alles über den Aktionstag und darüber, wie du besser und erholsamer schlafen kannst.

  • 20.03.2020
  • Katharina Bonn

Ausreichend Schlaf ist etwas, was im stressigen Alltag oftmals zu kurz kommt. Dabei ist schlafen so wichtig – und wir sprechen hier nicht vom berühmten Schönheitsschlaf. Sieben bis acht Stunden brauchen wir im Schnitt, um uns richtig erholen zu können. Wie wichtig ein erholsamer Schlaf ist, soll auch der Weltschlaftag zeigen.

Worum geht es beim Weltschlaftag?

Der Weltschlaftag findet seit 2008 jährlich am dritten Freitag im März statt. Damit fällt er im Jahr 2020 auf den 20. März. Und wer hat den Tag ins Leben gerufen? Die Idee zu diesem besonderen Aktionstag hatte der Weltverband für Schlafmedizin, kurz WASM. Das Ziel des Weltschlaftages ist, auf das Thema “gesunder Schlaf” hinzuweisen. Genauso sollen Schlafstörungen sowie deren Behandlung und Vorbeugung thematisiert werden.

Wer zu wenig schläft, kann sich auch bei der Arbeit nicht mehr konzentrieren. © Shutterstock, fizkes
Ein erholsamer Schlaf ist wichtig, damit du gesund bleibst und leistungsfähig bist. © Shutterstock, fizkes

Warum genau ist ein guter Schlaf so wichtig?

Ob auf dem Wasserbett oder einer normalen Matratze: Wir verbringen im Schnitt 24 Jahre unseres Lebens damit zu schlafen. Hättest du das gedacht? Wer jetzt denkt, das sei Lebenszeitverschwendung, der irrt. Während wir schlafen, laufen im Körper nämlich viele wichtige Regenerierungsprozesse. Außerdem verarbeiten wir nachts die Geschehnisse des Tages, die nun in das Langzeitgedächtnis aufgenommen werden. Auch das Sprichwort „sich gesund schlafen“ kommt nicht von ungefähr, denn im Schlaf arbeitet unser Immunsystem besonders stark.

Übrigens: Wusstest du, dass Helligkeit und Dunkelheit den Tagesrhythmus unseres Körpers maßgeblich beeinflussen? Abends, wenn es dunkel ist, schüttet unser Körper Melatonin sowie Wachstumshormone aus. Diese bewirken, dass wir müde und schläfrig werden. Das Gegenteil passiert am Tag: Nun wird Kortisol produziert, ein Stresshormon, das uns wach macht.

Für deine Gesundheit ist es wichtig, dass du ausreichend schläfst. © Shutterstock, fizkes
Wenn wir zu wenig schlafen, ist das nicht nur unbefriedigend, sondern kann auf Dauer auch gesundheitliche Folgen haben. © Shutterstock, fizkes

Welche Folgen hat es, wenn wir zu wenig schlafen?

Nach einem langen Arbeitstag zur Abwechslung mal früh ins Bett gehen, damit man am nächsten Tag richtig fit ist – das klingt in der Theorie sehr vernünftig, oder? Leider schafft man es aber oftmals nicht oder möchte die Freizeit am Abend noch etwas auskosten. Warum es sich trotzdem lohnt und absolut empfehlenswert ist, einfach mal früh ins Bett zu gehen? Wenn wir dauerhaft zu wenig Schlaf bekommen, hat das Konsequenzen für unsere Gesundheit.

Die Folge von dauerhaften Ein- oder Durchschlafproblemen kann sein, dass die Leistungsfähigkeit abnimmt. Schließlich fällt es schwer, sich richtig zu konzentrieren, wenn man müde ist. Außerdem steigt auch das Risiko, eine Herzerkrankung oder einen Schlaganfall zu bekommen. Im Umkehrschluss haben Schlafforscher ermittelt, dass Menschen, die gut schlafen, im Schnitt eine höhere Lebenserwartung haben, und zwar um ganze fünf Jahre!

Aus diesem Grund möchten wir dir hier verraten, was du für einen gesunden Schlaf tun kannst.

Hörbuch statt Actionfilm: Dein Schlaf wird es dir danken. © Shutterstock, fizkes
Entspannung statt Aufregung: Für einen erholsamen Schlaf helfen schon ein paar einfache Tricks. © Shutterstock, fizkes

So wird dein Schlaf erholsamer und gesünder

  1. Bewegung hilft

    Bewegung und Sport sind nicht nur für deine Gesundheit wichtig, sondern auch für einen guten Schlaf. Du solltest versuchen, dich tagsüber körperlich auszupowern, damit dein Körper abends müde wird. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass du gut durchschläfst, erhöht sich durch Bewegung. Trotzdem solltest du spät abends, kurz vor dem Einschlafen, keinen Sport mehr machen. Denn körperliche Aktivität hemmt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin.

  2. Blaues Licht ist nicht gut für deinen Schlaf

    Wie bereits gesagt, hat der Tag- und Nachtwechsel einen Einfluss auf unseren Schlaf. Das Schlafhormon Melatonin wird erst ausgeschüttet, wenn es dunkel wird. Das Problem: Wenn wir unseren Körper verschiedenen Lichtquellen aussetzen, ist es für ihn noch Tag. In der Folge wird auch weniger Melatonin produziert. Besonders problematisch ist dabei das blaue Licht, das von elektronischen Geräten ausgestrahlt wird. Einige dieser Geräte verfügen bereits über einen Blaufilter, aber der Konsum von Nachrichten und Filmen hat noch einen anderen Nachteil. Je spannender die Serie, der Film oder das Buch, desto schwieriger wird es mit dem Einschlafen. Das liegt zum einen an der vermehrten geistigen Aktivität und zum anderen daran, dass bei Spannung das Stresshormon Kortisol ausgeschüttet wird. Und dieses wirkt wiederum den Wachstumshormonen und dem Melatonin entgegen, die uns beim Einschlafen helfen sollen. Unser Tipp: Wie wäre es mal wieder mit einem guten Buch? Lesen hilft uns dabei, herunterzufahren und zu entspannen. Vorausgesetzt natürlich, dass du keinen nervenaufreibenden Krimi zur Hand nimmst.

  3. Alkohol, Koffein und Teein am Abend vermeiden

    Gehörst du auch zu den Menschen, die sich nach einem anstrengenden Arbeitstag gerne noch auf ein Bier oder einen Wein mit Freunden treffen? Auch wenn wir das Gefühl haben, dass Alkohol entspannend wirkt, beeinflusst er unseren Schlaf leider negativ. Es ist nachgewiesen, dass wir durch den Alkohol nicht so tief schlafen können und auch die Anzahl der REM-Phasen verringert sich. Ein weiterer unschöner Nebeneffekt: Schlafstörungen und Schnarchen werden verstärkt.

    Problematisch wird es auch, wenn du zu später Stunde gerne noch einen Kaffee trinkst. Das Koffein sorgt nämlich dafür, dass unser Nervensystem stimuliert wird. Somit arbeitet es auch wieder gegen das Melatonin. Deshalb solltest du sechs bis acht Stunden bevor du schlafen gehst, keinen Kaffee mehr konsumieren. Besser ist es, wenn du morgens Kaffee trinkst – neben dem leckeren Geschmack kannst du den wach machenden Effekt gleich nutzen, um produktiv in deinen Arbeitstag zu starten. Dieselben Empfehlungen möchten wir auch für Grüntee, weißen Tee und Schwarztee aussprechen. Das enthaltene Teein hat nämlich eine ähnliche Wirkung wie Koffein.

  4. Verzichte auf schwere Mahlzeiten zu später Stunde

    Nach einem langen Arbeitstag meldet sich abends oftmals noch einmal der kleine oder große Hunger. Jetzt eine Pizza oder eine schöne Portion Pasta essen, das wäre es, oder? Leider ist es für die Qualität unseres Schlafes gar nicht gut, abends noch so viel und so schwer zu essen. Das liegt daran, dass der Darm in dem Fall viel zu tun hat, was wiederum die Produktion des Melatonins hemmt.

    Was also tun, wenn du abends noch Hunger hast? Einer Portion Fisch oder fettarmen Milchprodukten ist zum Beispiel nichts entgegenzusetzen. Ebenfalls gut verdaulich ist mageres Fleisch und milde Gewürze. Wenn du magst, kannst du auch ein paar Datteln essen. Diese unterstützen einen erholsamen Schlaf sogar, da sie Tryptophan enthalten. Dieses wird von unserem Körper in Serotonin umgewandelt, wodurch wiederum unser Schlaf beeinflusst wird. Gegen den kleinen Hunger hilft manchmal außerdem schon eine Banane. Die leckeren Früchte können wir dir besonders empfehlen, da sie Vitamin B6 enthalten, das einen gesunden Schlaf ebenfalls unterstützt.

  5. Wärme fördert die Entspannung

    Je entspannter du bist, desto besser kannst du einschlafen. Besonders gut kannst du körperliche (und mentale) Verspannungen lösen, indem du ein heißes Bad nimmst beziehungsweise vor dem Schlafengehen noch einmal warm duschst. Ein weiterer Vorteil: In dieser Zeit verzichtest du automatisch auf dein Handy oder andere elektronische Einflüsse, was wiederum noch mehr zu deiner Entspannung beiträgt.

  6. Führe Abendrituale ein

    Durch schöne Gewohnheiten zu mehr Entspannung: Das ist der Sinn hinter einem angenehmen Abendritual. Wenn du jeden Abend dasselbe vor dem Schlafengehen tust, fährt dein Körper automatisch herunter und kommt besser in den Schlafmodus. Eine solche Routine kann das bereits beschriebene warme Bad sein oder eben, ein paar Seiten in einem schönen Buch zu lesen. Es kann ebenfalls hilfreich sein, wenn du entspannende Musik oder ein schönes Hörbuch hörst. Auch das Gefühl, einen warmen Bauch zu haben, gibt uns ein gutes Gefühl. Vielleicht hast du ja einen leckeren Kräutertee zuhause, mit dem du es gleich einmal ausprobieren kannst.

    Vielen Menschen hilft es auch, vor dem Schlafengehen noch eine Runde Yoga zu machen. Dabei kräftigst du nicht nur deine Muskeln, sondern kannst dich gleichzeitig schön entspannen. Das liegt vor allem daran, dass mit der Yogapraxis eine gleichmäßige Atmung einhergeht. Genauso ist Meditation eine beliebte Art und Weise, den Alltag hinter sich zu lassen und sich zu entspannen.

  7. Sorge für eine gute Schlafumgebung

    Zu guter Letzt spielt auch die Schlafumgebung eine wesentliche Rolle für einen gesunden und erholsamen Schlaf. Am besten schläft es sich bei einer Temperatur, die zwischen 18 und 22 Grad liegt. Ebenfalls wichtig: Lüfte noch einmal, bevor du schläfst. Außerdem solltest du darauf achten, dass es in deinem Schlafzimmer dunkel und ruhig ist. Dein Bett sollte außerdem weder zu hart noch zu weich sein.

    Gerade als Unternehmer musst du natürlich viel und lange arbeiten. Trotzdem sollte dein Schlafzimmer kein Ort sein, an dem du abends noch schnell E-Mails beantwortest oder ein Meeting vorbereitest. Vielmehr solltest du deine Schlafumgebung mit Entspannung und Erholung assoziieren können.

Dein Schlafzimmer sollte kein Ort sein, an dem du arbeitest. © Shutterstock, fizkes
Handys verboten: Vor dem Schlafengehen solltest du dir keine E-Mails mehr durchlesen. © Shutterstock, fizkes

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Wir wünschen dir einen geruhsamen Schlaf

Wir wünschen dir einen schönen Weltschlaftag und hoffen, dass du mit unseren Tipps besser und erholsamer schlafen kannst. Wenn du noch mehr darüber erfahren möchtest, wie du und deine Mitarbeiter euren Arbeitsalltag gesünder gestalten könnt, können wir dir diesen Blogbeitrag empfehlen.

Auch wenn du keinen Einfluss auf die Schlafgewohnheit deiner Mitarbeiter hast, bist du für deren arbeitsmedizinische Betreuungsmaßnahmen verantwortlich. Wir unterstützen dich als Berliner, Kölner, Münchner oder Hamburger Arbeitgeber dabei, deine Arbeitgeberpflicht gesetzeskonform durchzuführen.

Beitragsbild: © Shutterstock, fizkes

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