Neue Arbeitsformen aus der Welt New Work Work-Life-Blending: Gefahr oder Chance für deinen Betrieb?

Das Work-Life-Blending ist eine der neuen Arbeitsformen, die im Wandel der Arbeitswelt und der Digitalisierung entstanden ist. Wir verraten dir, was es damit auf sich hat und welche Vorteile und Gefahren damit einhergehen.

  • 20.09.2022
  • Tanja Tach

Vor allem die Generation Y ist von dem Konzept Work-Life-Blending überzeugt. Die Möglichkeit, Arbeit und Privates flexibel zu gestalten, bedeutet vor allem in der Welt des New Work einen großen Vorteil. Dennoch gibt es einige Aspekte, die bei der Umsetzung beachtet werden müssen. Eine genaue Definition von Work-Life-Blending und die Unterschiede zur Work-Life-Balance haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

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Was ist Work-Life-Blending?

Work-Life-Blending ist ein aus dem Englischen übernommener Begriff, der übersetzt die Verschmelzung von beruflichen und privaten Belangen beschreibt. Es gibt in diesem Konzept keine klaren Grenzen und definierte Bereiche, in denen Aktivitäten und Aufgaben eindeutig zu einer der beiden Welten zugeordnet werden. Das Wechseln zwischen beruflichem und privatem Leben ist damit kaum mehr wahrnehmbar.

In der Zeit von New Work, Industrie 4.0 und den sich immer wandelnden Arbeitsformen ist das Work-Life-Blending eine weitere Art der Arbeitszeitgestaltung. Vielleicht erkennst du dich in einigen dieser Beispiele wieder und nutzt bereits selbst den neuen Trend. Ein besonders häufiger Fall von Work-Life-Blending ist das Arbeiten im Homeoffice. Man wählt dabei seinen eigenen Rhythmus, macht morgens den Einkauf und fängt später an zu arbeiten oder kümmert sich zwischendurch um den Haushalt. Auch das mobile Arbeiten kann dazu gehören, wenn man zum Beispiel auf dem Weg zu Freund*innen noch eine Aufgabe fertigstellt. Bei all diesen Beispielen haben die Mitarbeiter*innen ihre Arbeitsgestaltung selbst in der Hand.

Angetrieben wird dieser Trend durch die Digitalisierung und damit die Möglichkeit, sich durch tragbare Geräte oder Software jederzeit und überall vernetzen zu können. Doch nicht jeder befürwortet die neuen Arbeitsformen, da durch sie auch Gefahren für die mentale Gesundheit einhergehen. Darauf kommen wir später noch einmal zurück.

Work-Life-Balance unterscheidet sich zu dem Work-Life-Blending. © Shutterstock, GaudiLab
Work-Life-Blending ist ein Konzept der neuen Arbeitswelt. © Shutterstock, GaudiLab

Worin liegt der Unterschied zur Work-Life-Balance?

Die beiden Begrifflichkeiten klingen zwar ähnlich, meinen jedoch etwas ganz anderes. Bei der Work-Life-Balance geht es darum, dass ein Gleichgewicht zwischen dem Privatleben und dem Beruf herrscht. Dafür müssen jedoch Grenzen vorliegen, die es beim Work-Life-Blending nicht gibt. Wenn du mehr über die Work-Life-Balance erfahren willst, empfehlen wir dir diesen Beitrag.

Eine weitere Arbeitsform ist das Modell der Work-Life-Separation. In diesem werden Arbeit und Freizeit streng voneinander getrennt. Auch dieses Modell grenzt sich nochmals stark von der Work-Life-Balance und dem Work-Life-Blending ab. Der Begriff findet sich häufiger im Zusammenhang mit der Generation Z, wobei das Work-Life-Blending eher in der Generation Y angenommen wird. Während der Fokus in den letzten Jahren besonders darauf lag, eine Balance oder eine Vermischung von Arbeit und Privatem zu erreichen, bevorzugt die neue Arbeitsgeneration eher klare Grenzen und Strukturen.

Wie gliedert sich das Work-Life-Blending in die Welt von New Work ein?

Durch die Digitalisierung hat sich die Arbeitswelt grundlegend verändert. In diesem Wandel entstehen auch andere Anforderungen und Bedürfnisse von Arbeitnehmer*innen im Unternehmen, vor allem seit der Generation Y. Für Unternehmen bedeutet das ein Umdenken ihrer Philosophie hin zu flexibler Arbeitsgestaltung, Weiterbildungen oder neuen Arbeitsformen wie in unserem Fall das Work-Life-Blending. Um also wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten sich Unternehmer*innen mit dem Thema New Work beschäftigen.

New Work bezeichnet dabei eine neue Arbeitswelt, in der vor allem die Aspekte Selbstverwirklichung, individueller Erfolg, Flexibilität, Weiterentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit von Bedeutung sind.

Das Work-Life-Blending gliedert sich äußerst passend in diese Aspekte ein, denn es bietet den Arbeitnehmer*innen Freiräume für ihre Selbstverwirklichung und Arbeitszeitgestaltung. Durch digitale Tools ist auch das mobile Arbeiten kein Problem mehr. Die Vertrauenskultur spielt dabei eine sehr große Rolle.

Vor allem Familien profitieren vom Work-Life-Blending. © Shutterstock, New Africa
Mit dem Work-Life-Blending kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. © Shutterstock, New Africa

Wer sind die Befürworter des neuen Trends?

Wie bereits erwähnt, findet das Work-Life-Blending vor allem in der Generation Y Gefallen. Theorien, die dieses Phänomen erklären, vermuten, dass die Generation Y deutlich leistungsorientierter aufgewachsen und demnach eher dazu bereit ist, Arbeit und Privates zu vermischen. In der Generation Z ist es dagegen so, dass mehr Wert auf eine klar definierte Freizeit gelegt wird, was vor allem mit der Auswirkung auf die mentale und physische Gesundheit zu tun hat. Doch damit wird auch weniger Flexibilität erreicht. Welche Vor-und Nachteile das Work-Life-Blending genau hat, verraten wir dir im nächsten Abschnitt.

Wie sehen die Vorteile beim Work-Life-Blending aus?

  1. Selbstbestimmung:
    Beim Work-Life-Blending können Arbeitnehmer*innen ihre Zeit, natürlich nach gewisser Absprache, vollkommen frei einteilen. Damit haben sie wesentlich mehr Freiheiten, ihren Aufgaben nachzugehen. Diese Freiheiten können die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen stärken und ihre Motivation fördern. Dadurch entstehen zudem weniger Kosten durch Ausfälle.
  2. Flexibilität:
    Durch die große Flexibilität, die erreicht wird, können Termine besser geplant werden, egal ob es berufliche oder private sind, da man nicht acht Stunden am Stück im Büro sein muss. Besorgungen oder Arztbesuche lassen sich damit einfach zwischendurch erledigen, ohne dass Urlaubstage oder Minusstunden anfallen.
  3. Produktivität:
    Das stundenlange Absitzen von Arbeitsstunden kommt beim Work-Life-Blending nicht zustande. Wenn es gerade nicht läuft, werden private Aufgaben erledigt. Damit können Produktivitätsphasen viel besser genutzt werden und du als Arbeitgeber*in musst weniger Stunden buchen, die nicht produktiv gestaltet wurden, womit du dir Kosten sparst.
  4. Vereinbarkeit von Familie und Beruf:
    Gerade für Familien mit Kleinkindern kann es schwierig sein, einem typischen Nine-to-Five-Job nachzugehen. Die Möglichkeit, seine Zeit selbst einzuteilen, ist daher besonders für Familien ein großer Vorteil.
Psychische Belastung am Arbeitsplatz muss verhindert werden. © Shutterstock, Evgeny Atamanenko
Das Work-Life-Blending bringt auch Gefahren mit sich. © Shutterstock, Evgeny Atamanenko

Welche Gefahren können beim Work-Life-Blending entstehen?

Es gibt jedoch auch einige Nachteile des Work-Life-Blending-Konzepts. Kritiker*innen warnen vor allem vor den Gefahren, die mit der Vermischung von Berufs- und Privatleben auftreten können. Durch die Dauererreichbarkeit und keine festgelegten Grenzen, um Auszeiten zu nehmen, kann die Gefahr für Überlastung erhöht sein. Das kommt jedoch auch auf die jeweilige Person und ihre Anfälligkeit auf psychische Belastung an. Wir haben dir einige negative Aspekte des Work-Life-Blending-Konzepts aufgezählt:

  • Überstunden:
    Im Work-Life-Blending-Konzept ist es üblich, ständig erreichbar zu sein. Das macht es schwierig, Überstunden zu vermeiden, wodurch die Arbeitszeit unkontrolliert ausgeweitet wird. Dies kann auch gesetzliche Schwierigkeiten nach sich ziehen, da das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) stets beachtet werden muss. Wenn Arbeitnehmer*innen in ihrer privaten Zeit zum Beispiel Telefonate beantworten, wird diese Zeit nicht erfasst, wodurch es zu unbezahlter Mehrarbeit kommt.
  • Selbstausbeutung:
    Viele empfinden die Arbeit von zu Hause oder unterwegs mit hohem Leistungsdruck und dem Gefühl, sich beweisen zu müssen. Deshalb wird oft mehr Arbeit erledigt, als eigentlich getan werden sollte. Das führt zu gesundheitlichen Beschwerden sowohl auf körperlicher als auch psychischer Ebene.
  • Private Beziehungen leiden:
    Durch das Verschwimmen von Arbeit und Privatem werden sich auch die Grenzen zwischen Kolleg*innen und Freund*innen langsam auflösen. Besonders im Arbeitsleben können dadurch Konflikte entstehen. Wenn du zum Beispiel als Führungskraft zu eng mit Mitarbeiter*innen in Kontakt bist, besteht die Gefahr, ausgenutzt zu werden. Eine weitere Schwierigkeit entsteht, wenn es zum Jobverlust kommt und danach keine privaten Beziehungen mehr bestehen. Dadurch kann es zu einer Lebenskrise kommen.
  • Gesundheitliche Beschwerden:
    Nicht jede Person kann mit dem Work-Life-Blending umgehen. Die mangelnde Kontrolle und ständige Überlastung gehen zulasten der Gesundheit. Auch ohne eine klare Trennung gelingt vielen das Abschalten nicht. Dadurch entstehen Beschwerden wie innere Unruhe, Magenschmerzen, Migräne oder Schlafstörungen.

Welche Folgen entstehen für das Unternehmen?

Nachdem wir bereits auf die Gefahren für Arbeitnehmer*innen eingegangen sind, ist es auch wichtig, die Folgen für das Unternehmen zu beleuchten. Zunächst profitiert das Unternehmen ebenso von der erhöhten Mitarbeiter*innenzufriedenheit und Produktivität. Durch die starke Effizienz können mehr Aufträge erledigt und Termine auch außerhalb der üblichen Arbeitszeit angenommen werden. Das führt zu einer Erhöhung der Gewinne sowie zur Senkung von Kosten durch ineffizient genutzte Arbeitszeit. Diese positiven Folgen erreicht man jedoch nur bei einem positiven Verlauf von dem Konzept Work-Life-Blending.

Sind Mitarbeiter*innen nicht imstande, mit den gegebenen Voraussetzungen des Work-Life-Blending umzugehen, können die Folgen auch in eine negative Richtung für das Unternehmen führen. Wenn Mitarbeiter*innen überlastet sind, können sie die Aufgaben nicht mehr gewissenhaft durchführen. Kommt es außerdem zu gesundheitlichen Folgen, führt das nicht nur zu einer Erhöhung der Kosten durch vermehrte Ausfälle, sondern auch zu Problemen gegenüber deiner Pflicht als Arbeitgebender.

Du bist dafür verantwortlich, dass deine Mitarbeiter*innen keine Gefährdungen am Arbeitsplatz erfahren. Die Kontrolle gestaltet sich in diesem Fall jedoch sehr schwierig, da du nie genau weißt, wann und wie deine Mitarbeiter*innen wirklich arbeiten. Solltest du deinen Angestellten die Möglichkeit geben, das Work-Life-Blending-Konzept für sich selbst anzunehmen, solltest du dennoch einige Grundregeln dafür ansetzen, sodass du auch gesetzlich abgesichert bist.

Im Homeoffice kann Work-Life-Blending besser umgesetzt werden. © Shutterstock, Ground Picture
Mobiles Arbeiten ist eine Grundvoraussetzung für das Work-Life-Blending. © Shutterstock, Ground Picture

Wie solltest du am besten mit der Arbeitsform umgehen?

Um dir zu zeigen, wie du und deine Mitarbeiterinnen am sinnvollsten die neuen Arbeitsformen von New Work meistern könnt, haben wir einige Tipps zusammengestellt:

  • Selbstdisziplin und Struktur:
    Nur weil die Aufgaben erledigt werden können, wann man will, heißt es nicht, dass nicht eine gewisse Struktur herrschen muss. Es ist wichtig, gewisse Arbeitsphasen zu schaffen, in denen man voll konzentriert seinen Aufgaben nachgehen kann, ohne sich ablenken zu lassen. Die Vermischung von Arbeit und Beruf heißt nicht, dass man ständig Multitasking betreiben soll. Außerdem sollte man diszipliniert Arbeitszeiten erfassen und Erledigungen abhaken, damit man nicht in Gefahr gerät, zu viel zu tun und sich in der Arbeit zu verlieren.
  • Die eigene Einstellung ändern:
    Wenn jemand das Work-Life-Blending für sich annimmt, sollte man sich nicht schuldig fühlen, wenn man während des Tages private Angelegenheiten umsetzt. Das bedeutet nicht, dass man nun doppelt so hart arbeiten muss, um diese Zeit auszugleichen. Solange die vereinbarte Arbeitszeit und die Aufgaben gewissenhaft erledigt werden, muss man sich kein schlechtes Gewissen einreden.
  • Geräte ausschalten:
    Erreichbarkeit außerhalb des Nine-to-Five-Jobs bedeutet nicht unbedingt ständige Erreichbarkeit. Wenn die geforderte Arbeitszeit geleistet wurde, sollte man dem Körper Zeit zur Erholung geben. Das funktioniert am besten, wenn man Arbeitsgeräte ausschaltet.
  • Private Angelegenheiten ernst nehmen:
    Genauso wie die Arbeit ernst genommen werden sollte, müssen auch private Erledigungen ernst genommen werden. Dabei geht es vor allem um die Gesundheit. Sport und gesunde Ernährung sind ein wichtiger Ausgleich zur Arbeit. Auch Meditation hilft vielen, sich neben dem Beruf zu entspannen und den Kopf auszuschalten.
  • Hilfe annehmen:
    Arbeitsformen sind so unterschiedlich wie die Personen selbst. Wenn man bemerkt, dass man mit dem Konzept Work-Life-Blending nicht zufrieden ist, kann dies mit den Kolleg*innen besprochen und nach geeigneten Lösungen gesucht werden. Du als Arbeitgeber*in solltest auch für deine Arbeitnehmer*innen immer ein offenes Ohr haben.

Mit der Deutschen Mittelstandsschutz die Möglichkeiten der neuen Arbeitswelt nutzen

Das Work-Life-Blending gehört, wie wir bereits erklärt haben, zu den neuen Arbeitsformen und somit zu New Work. Diese neue Arbeitswelt funktioniert nur durch Digitalisierung. Wir bei der Deutschen Mittelstandsschutz kümmern uns darum, dass auch in diesem enormen Wandel die Arbeitssicherheit und der Arbeitsschutz gewährleistet werden und du als Arbeitgeber*in alle gesetzlichen Regelungen kennst und befolgen kannst. Dafür stellen wir dir ein auf dein Unternehmen zugeschnittenes Angebot zusammen, in dem du und deine Arbeitnehmer*innen Gefährdungsbeurteilungen und Unterweisungen einfach online durchführen können.

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