Mitarbeiter trägt Schutzkleidung. Das Arbeitsschutzgesetz bildet die Grundlage für wichtige Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz. © Shutterstock, Gorodenkoff
Im Arbeitsschutzgesetz werden wichtige Maßnahmen für die Sicherheit und Gesundheit deiner Mitarbeiter geregelt. © Shutterstock, Gorodenkoff

Arbeitsschutzpflichten des Arbeitgebers Was das Arbeitsschutzgesetz von euch als Arbeitgeber verlangt

Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit: Das Arbeitsschutzgesetz gilt ab dem ersten Beschäftigten. Wir zeigen euch, welche Pflichten ArbSchG, ASiG und DGUV Vorschrift 1 vorschreiben, wer im Betrieb verantwortlich ist, was ihr übertragen dürft und wie ihr den Arbeitsschutz Schritt für Schritt organisiert.

ca. 9 Min. Lesezeit Aktualisiert:

Was bedeuten Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit für euren Betrieb?

Die BG fragt nach eurer Gefährdungsbeurteilung, ein neuer Kollege fängt am Montag an, und auf dem Schreibtisch liegt eine Rechnung für eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, die nie im Büro war. Drei Baustellen, eine gemeinsame Ursache: Die Arbeitsschutz-Pflichten des Arbeitgebers sind im Betrieb nicht organisiert. Das Arbeitsschutzgesetz macht dabei keinen Unterschied zwischen Konzern und Kleinbetrieb. Es gilt für jeden Arbeitgeber, der mindestens eine Person beschäftigt.

Arbeitgeber sind nach dem Gesetz natürliche und juristische Personen und rechtsfähige Personengesellschaften, die Beschäftigte haben. Dazu zählen Arbeitnehmer, Auszubildende und arbeitnehmerähnliche Personen.1 Die Steuerkanzlei als GbR ist also genauso gemeint wie die Webagentur als GmbH oder die Zahnarztpraxis mit zwei Angestellten am Empfang.

Was Arbeitsschutz ist, legt § 2 Abs. 1 ArbSchG fest: Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen bei der Arbeit und von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren, einschließlich der menschengerechten Gestaltung der Arbeit.1 Es geht also nicht nur um Stolperfallen und Kabelsalat, sondern auch um Arbeitszeit, Ergonomie und psychische Belastung.

Gut zu wissen

Arbeitsschutz ist der Oberbegriff. Arbeitssicherheit meint im Alltag vor allem den Schutz vor Unfällen und technischen Gefahren, Gesundheitsschutz die Vorbeugung gegen arbeitsbedingte Erkrankungen. Das Arbeitssicherheitsgesetz spricht von „Fragen der Arbeitssicherheit einschließlich der menschengerechten Gestaltung der Arbeit“.2

Für die Praxis heißt das: Arbeitssicherheit ist kein Thema nur für Baustellen und Werkhallen. Ein Ingenieurbüro mit neun Leuten, die regelmäßig auf Baustellen unterwegs sind, braucht Regeln für Schutzausrüstung und Fahrten. Eine Hausverwaltung muss an Begehungen von Kellern und Dachböden denken und an Gespräche mit verärgerten Mietern. In einer Webagentur, deren Team zur Hälfte im Homeoffice arbeitet, stehen Bildschirmarbeit, Erreichbarkeit und Arbeitsdruck im Vordergrund. Die Pflichten sind dieselben, nur die Gefährdungen unterscheiden sich.

Rechtlich ruht der Arbeitsschutz in eurem Betrieb auf drei Säulen. Das Arbeitsschutzgesetz regelt die Grundpflichten. Das Arbeitssicherheitsgesetz verlangt, dass ihr euch fachkundige Unterstützung holt. Die DGUV Vorschrift 1 ist die Unfallverhütungsvorschrift eurer Berufsgenossenschaft und konkretisiert vieles davon. Dazu kommen Verordnungen für einzelne Themen, etwa für Arbeitsstätten oder Arbeitsmittel.

Welche Pflichten schreibt euch das Arbeitsschutzgesetz vor?

Am Anfang steht eine Generalklausel. Sie ist kurz, aber sie trägt alles, was danach kommt:

„Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen.“

§ 3 Abs. 1 Satz 1 und 2 ArbSchG · Fassung zuletzt geändert durch Art. 7 G v. 22.12.2025

Arbeitsschutz ist damit kein einmaliges Projekt, sondern ein Kreislauf aus Beurteilen, Handeln und Überprüfen. Dafür müsst ihr nach § 3 Abs. 2 eine geeignete Organisation schaffen und die nötigen Mittel bereitstellen. Die Kosten dürft ihr nicht an eure Beschäftigten weitergeben.3

Welche Maßnahmen Vorrang haben, regelt § 4: Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen, und individuelle Schutzmaßnahmen sind nachrangig zu anderen Maßnahmen.4 In der Praxis kennt ihr das als STOP-Prinzip. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch löst ein Problem besser als ein Merkblatt zur richtigen Sitzhaltung.

Herzstück ist die Gefährdungsbeurteilung nach § 5. Ihr ermittelt, welche Gefährdungen mit der Arbeit verbunden sind und welche Maßnahmen deshalb nötig sind. Das Gesetz nennt unter anderem die Gestaltung von Arbeitsplatz und Arbeitsstätte, Arbeitsmittel, Arbeitszeit und Abläufe, unzureichende Qualifikation und Unterweisung sowie psychische Belastungen bei der Arbeit.5 Bei gleichartigen Arbeitsplätzen reicht es, einen davon zu beurteilen. Sechs gleich ausgestattete Bildschirmarbeitsplätze in einer Kanzlei könnt ihr also gemeinsam betrachten.

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Die Ergebnisse müsst ihr schriftlich festhalten. Nach § 6 braucht ihr Unterlagen, aus denen das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung hervorgehen.6 Eine Ausnahme für Kleinbetriebe gibt es dabei nicht mehr. Die Zahl der Beschäftigten bestimmt nur, wie umfangreich die Unterlagen sein müssen.

Für Notfälle verlangt § 10, dass ihr Erste Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung organisiert und dabei auch an Kunden, Patienten oder Besucher denkt. Ihr müsst Beschäftigte benennen, die diese Aufgaben übernehmen.7

Und schließlich müsst ihr euer Team unterweisen. § 12 verlangt eine Unterweisung während der Arbeitszeit, zugeschnitten auf den jeweiligen Arbeitsplatz. Sie ist bei der Einstellung fällig, bei veränderten Aufgaben, bei neuen Arbeitsmitteln oder neuer Technik, und zwar vor Aufnahme der Tätigkeit. Sie „muß an die Gefährdungsentwicklung angepaßt sein und erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden“.8

Was verlangen Arbeitssicherheitsgesetz und DGUV Vorschrift 1 zusätzlich?

Das Arbeitssicherheitsgesetz beantwortet die Frage, wer euch fachlich unterstützt. Ihr müsst Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit bestellen, die euch beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung unterstützen.9 Die Bestellung muss schriftlich erfolgen.1011 Eine Mindestzahl an Beschäftigten nennt das Gesetz nicht. Ihr müsst niemanden einstellen, ein externer überbetrieblicher Dienst genügt.12 Wie viel Betreuung euer Betrieb braucht, regelt die DGUV Vorschrift 2. Ab mehr als 20 Beschäftigten bildet ihr außerdem einen Arbeitsschutzausschuss, der mindestens einmal im Vierteljahr tagt.13

Die DGUV Vorschrift 1 macht viele Pflichten greifbarer. Sie verlangt, dass ihr die Unterweisung „mindestens aber einmal jährlich“ durchführt und dokumentiert. Für die Erste Hilfe gilt: Bei 2 bis zu 20 anwesenden Versicherten braucht ihr einen ausgebildeten Ersthelfer.14 Die wichtigsten Pflichten im Überblick:

Kernpflichten für kleine Betriebe und ihre Rechtsgrundlage:

PflichtRechtsgrundlageAb wann
Gefährdungsbeurteilung inklusive psychischer Belastung§ 5 ArbSchG, § 3 DGUV Vorschrift 1ab dem ersten Beschäftigten
Dokumentation von Ergebnis, Maßnahmen und Überprüfung§ 6 ArbSchG, § 3 Abs. 3 DGUV Vorschrift 1ab dem ersten Beschäftigten
Unterweisung, mindestens jährlich und dokumentiert§ 12 ArbSchG, § 4 DGUV Vorschrift 1vor Aufnahme der Tätigkeit
Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit schriftlich bestellen§§ 2, 5 ASiGab dem ersten Beschäftigten, Umfang nach DGUV Vorschrift 2
Erste Hilfe, Brandbekämpfung, Evakuierung organisieren§ 10 ArbSchGab dem ersten Beschäftigten
Ersthelfer§ 26 DGUV Vorschrift 1ab 2 anwesenden Versicherten
Arbeitsschutzausschuss§ 11 ASiGmehr als 20 Beschäftigte
Sicherheitsbeauftragte§ 22 SGB VIIgrundsätzlich ab 50 Beschäftigten

Bei den Sicherheitsbeauftragten hat sich 2026 etwas geändert. Seit dem 29. Mai 2026 gilt die Bestellpflicht nach § 22 SGB VII grundsätzlich erst für Unternehmen mit regelmäßig 50 oder mehr Beschäftigten. Bei mehr als 20 und weniger als 50 Beschäftigten müsst ihr nur dann einen Sicherheitsbeauftragten bestellen, wenn eine besondere Gefährdung für Leben und Gesundheit besteht.1516

Achtung

In § 20 der DGUV Vorschrift 1 steht noch die alte Schwelle von mehr als 20 Beschäftigten. Das Gesetz geht vor. Die VBG kündigt an, ihre Vorschrift im Dezember 2026 anzupassen.16

Ein Punkt wird bei all dem gern übersehen: Unterweisungen sind eure eigene Pflicht als Arbeitgeber. Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit unterstützen euch dabei, die Betreuung ersetzt die Unterweisung aber nicht. Und sie muss zu eurem Betrieb passen. In der Zahnarztpraxis geht es um Infektionsschutz und Gefahrstoffe, im Ingenieurbüro um das Verhalten auf der Baustelle, in der Hausverwaltung um Begehungen und Alleinarbeit.

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Wer trägt im Betrieb die Verantwortung?

Verantwortlich ist zuerst der Arbeitgeber. Bei einer GmbH ist das in der Praxis der Geschäftsführer als vertretungsberechtigtes Organ, bei einer Personenhandelsgesellschaft der vertretungsberechtigte Gesellschafter. Daneben sind Personen verantwortlich, die mit der Leitung eines Unternehmens oder Betriebs beauftragt sind, jeweils im Rahmen ihrer Aufgaben und Befugnisse.17 Der Filialleiter einer Bäckerei oder der Büroleiter einer Kanzlei mit zwei Standorten tragen also Verantwortung für ihren Bereich.

Einzelne Aufgaben könnt ihr abgeben. Nach § 13 Abs. 2 ArbSchG dürft ihr zuverlässige und fachkundige Personen schriftlich damit beauftragen, Aufgaben in eigener Verantwortung wahrzunehmen.17 Die DGUV Vorschrift 1 wird noch genauer: Die Beauftragung muss den Verantwortungsbereich und die Befugnisse festlegen und ist vom Beauftragten zu unterzeichnen.14

Praxistipp

Haltet jede Übertragung schriftlich fest, beschreibt den Bereich genau und lasst sie unterschreiben. Eine mündliche Absprache auf dem Flur reicht nicht. Wie eine gute Pflichtenübertragung aussieht, zeigen wir euch in einem eigenen Beitrag.

Ganz los werdet ihr die Verantwortung trotzdem nicht. Ihr bleibt dafür zuständig, dass die Organisation stimmt und die nötigen Mittel bereitstehen.3 Ob die übertragenen Aufgaben erledigt werden, solltet ihr deshalb regelmäßig nachhalten. Das gilt auch für Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit. Sie sollen euch unterstützen, die Entscheidungen trefft ihr.9

Und was passiert, wenn der Arbeitsschutz liegen bleibt? Die Arbeitsschutzbehörden der Länder müssen ab 2026 jedes Jahr mindestens 5 Prozent der Betriebe im Land besichtigen.18 Sie können Unterlagen anfordern und im Einzelfall Maßnahmen anordnen. Eine fehlende Gefährdungsbeurteilung ist nach dem Arbeitsschutzgesetz selbst nicht unmittelbar mit einem Bußgeld bedroht. Teuer wird es unter bestimmten Voraussetzungen.

Bußgeld

Wer als Arbeitgeber einer vollziehbaren Anordnung der Behörde nicht folgt, riskiert bis zu 30.000 Euro. Verstöße gegen Arbeitsschutzverordnungen, die auf § 25 ArbSchG verweisen, können bis zu 5.000 Euro kosten.19 Missachtet ihr eine Anordnung zur Bestellung von Betriebsarzt oder Fachkraft, sind bis zu 25.000 Euro möglich.20 Bei Unfallverhütungsvorschriften ist ein Bußgeld bis 10.000 Euro nur für die dort ausdrücklich genannten Pflichten vorgesehen, etwa die Mindestzahl an Ersthelfern.21

Wer vorsätzlich das Leben oder die Gesundheit von Beschäftigten gefährdet oder eine Anordnung beharrlich missachtet, macht sich unter Umständen sogar strafbar.22 Welche Bußgelder es im Einzelnen gibt und wie es mit der Haftung nach einem Arbeitsunfall aussieht, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zu Haftung und Bußgeldern. Für den Alltag reicht eine einfache Regel: Wer seine Gefährdungsbeurteilung, die Unterweisungen und die Bestellung der Betriebsbeauftragten nachweisen kann, steht bei einer Besichtigung gut da.

Wie organisiert ihr den Arbeitsschutz Schritt für Schritt?

Die gute Nachricht: Ihr müsst nicht alles gleichzeitig erledigen. Mit einer sinnvollen Reihenfolge habt ihr zuerst die Grundlagen beisammen und baut danach Stück für Stück aus.

So bringt ihr den Arbeitsschutz in fünf Schritten in Ordnung

Betriebsbeauftragte bestellen

Bestellt Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit schriftlich, intern oder über einen externen Dienst. Sie helfen euch bei allen weiteren Schritten.

Gefährdungsbeurteilung erstellen

Geht Arbeitsplätze und Tätigkeiten durch, auch Homeoffice, Außentermine und psychische Belastung. Haltet Ergebnis und Maßnahmen schriftlich fest.

Notfallorganisation regeln

Benennt Ersthelfer und Beschäftigte für Brandbekämpfung und Evakuierung und plant Vertretungen für Urlaub und Krankheit ein.

Team unterweisen

Unterweist neue Beschäftigte vor dem ersten Arbeitstag am Arbeitsplatz und alle anderen mindestens einmal im Jahr. Dokumentiert jede Unterweisung.

Verantwortung klären und überprüfen

Übertragt Aufgaben schriftlich, prüft die Maßnahmen auf Wirksamkeit und passt die Gefährdungsbeurteilung an, wenn sich etwas ändert.

Bei den Unterweisungen spart ihr mit E-Learning viel Zeit, gerade wenn das Team verteilt arbeitet. Die DGUV Regel 100-001 lässt elektronische Unterweisungen zu, wenn Rückfragen möglich sind.23 Wichtig bleibt, dass die Inhalte zu eurem Betrieb passen. Die Webagentur braucht andere Themen als die Hausverwaltung, und in einer Bürogemeinschaft oder einem Coworking-Space solltet ihr euch zusätzlich mit den anderen Unternehmen abstimmen, wer wofür zuständig ist.

Wie bekommt ihr eure Pflichten ohne großen Aufwand in den Griff?

Arbeitsschutz muss kein Dauerprojekt sein, das euch vom eigentlichen Geschäft abhält. Bei der Deutschen Mittelstandsschutz fangen wir klein an: Wir bestellen eure Betriebsbeauftragten und erstellen mit euch die Gefährdungsbeurteilung. Danach schauen wir gemeinsam, was euer Betrieb wirklich noch braucht, zum Beispiel Unterweisungen per E-Learning, und gehen es Schritt für Schritt an. Ihr bezahlt für Leistungen, die bei euch ankommen, und nicht für Stunden, die nie abgerufen werden.

Hat sich die Behörde oder die BG schon gemeldet? Dann bestellen wir die Betriebsbeauftragten sofort schriftlich, damit ihr nachweisbar aufgestellt seid. Die Erstberatung ist kostenlos und dauert etwa 30 Minuten.

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FAQ zum Thema "Arbeitsschutz Pflichten Arbeitgeber"

  • Gilt das Arbeitsschutzgesetz auch für kleine Betriebe?

    Ja, ab dem ersten Beschäftigten. Das Gesetz kennt keine Mindestgröße; als Arbeitgeber gilt jeder, der Arbeitnehmer, Auszubildende oder arbeitnehmerähnliche Personen beschäftigt (§ 2 ArbSchG). Die Betriebsgröße bestimmt nur den Aufwand, nicht die Pflicht.

  • Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit?

    Arbeitsschutz ist der Oberbegriff: Er umfasst nach § 2 Abs. 1 ArbSchG die Verhütung von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren einschließlich der menschengerechten Gestaltung der Arbeit. Arbeitssicherheit meint vor allem den Schutz vor Unfällen und technischen Gefahren.

  • Welche Pflichten hat der Arbeitgeber im Arbeitsschutz?

    Die wichtigsten sind die Gefährdungsbeurteilung mit Dokumentation (§§ 5, 6 ArbSchG), die Unterweisung der Beschäftigten (§ 12 ArbSchG, mindestens jährlich nach DGUV Vorschrift 1), die Notfallorganisation (§ 10 ArbSchG) und die schriftliche Bestellung von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit (§§ 2, 5 ASiG).

  • Muss die Gefährdungsbeurteilung schriftlich dokumentiert werden?

    Ja. Nach § 6 ArbSchG müsst ihr Unterlagen haben, aus denen Ergebnis, Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung hervorgehen. Eine Ausnahme für Kleinbetriebe gibt es nicht mehr; die Zahl der Beschäftigten bestimmt nur den Umfang.

  • Wie oft müssen Beschäftigte unterwiesen werden?

    Vor Aufnahme der Tätigkeit, bei Veränderungen und neuen Arbeitsmitteln (§ 12 ArbSchG) sowie mindestens einmal jährlich. Die jährliche Unterweisung und ihre Dokumentation verlangt § 4 der DGUV Vorschrift 1.

  • Kann der Arbeitgeber seine Arbeitsschutz-Pflichten übertragen?

    Ja, an zuverlässige und fachkundige Personen, und zwar schriftlich (§ 13 Abs. 2 ArbSchG). Nach § 13 DGUV Vorschrift 1 muss die Beauftragung Verantwortungsbereich und Befugnisse festlegen und vom Beauftragten unterschrieben werden. Organisation und Kontrolle bleiben beim Arbeitgeber.

  • Ab wie vielen Mitarbeitern braucht man einen Sicherheitsbeauftragten?

    Seit dem 29. Mai 2026 grundsätzlich ab regelmäßig 50 Beschäftigten (§ 22 SGB VII). Bei mehr als 20 und weniger als 50 Beschäftigten nur, wenn eine besondere Gefährdung für Leben und Gesundheit besteht.

  • Brauchen kleine Betriebe einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit?

    Ja. Das Arbeitssicherheitsgesetz nennt keine Mindestzahl an Beschäftigten, die Bestellung muss schriftlich erfolgen. Ein externer überbetrieblicher Dienst genügt (§ 19 ASiG); den Umfang der Betreuung regelt die DGUV Vorschrift 2.

  • Was droht bei Verstößen gegen das Arbeitsschutzgesetz?

    Ein Bußgeld bis 30.000 Euro, wenn ihr einer vollziehbaren Anordnung der Behörde nicht folgt, und bis 5.000 Euro bei Verstößen gegen Verordnungen, die auf § 25 ArbSchG verweisen. Vorsätzliche Gefährdung oder beharrliche Wiederholung kann nach § 26 ArbSchG strafbar sein.