Arbeitsschutz mithilfe von Künstlicher Intelligenz KI im Arbeitsalltag: Risiken und Chancen für die Arbeitssicherheit
Die Zukunft der Arbeitswelt ist so ungewiss wie nie zuvor. Das Potenzial von Künstlicher Intelligenz reicht von Automatisierungsprozessen bis hin zur Vereinfachung vieler Vorgänge. Doch wie sieht der Arbeitsalltag mit KI aus und wie verändert sie den Arbeitsschutz? Wir klären dich auf.
- 03.04.2025
- Luisa Wedemeier
Künstliche Intelligenz (KI) ist längst mehr als nur ein Trend. Auch im Arbeitsschutz wird sie immer häufiger eingesetzt. Ob smarte Sensoren, intelligente Schutzausrüstung oder automatisierte Gefährdungsanalysen: KI kann dabei helfen, Arbeitsplätze sicherer zu machen und Risiken frühzeitig zu erkennen.
Doch wie sinnvoll ist die KI wirklich und worauf solltest du als Arbeitgeber*in achten? In diesem Beitrag bekommst du einen Überblick über die wichtigsten Einsatzmöglichkeiten von KI im Arbeitsschutz, und erfährst sowohl ihre Chancen als auch die Stolpersteine, die du kennen solltest.
Das erfährst du in diesem Beitrag:

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Was ist Künstliche Intelligenz (KI)?
Ob in Medien, Politik oder Unternehmen – Künstliche Intelligenz ist heute allgegenwärtig. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff?
Künstliche Intelligenz, oder in der Kurzform auch „KI” genannt, ist ein Teilgebiet aus der Informatik. Die KI ermöglicht es uns, menschliche kognitiven Fähigkeiten wie das logische Denken, Kreativität oder das Planen durch technische Systeme zu imitieren. Dies geschieht, indem sie eine riesengroße Datenmenge an Informationen – mit der sie vorher „gefüttert” wurde – erkennt, analysiert und daraus dann wichtige Erkenntnisse zieht.
Ziel ist es, Maschinen so zu programmieren, dass sie intelligentes Verhalten simulieren und dabei Aufgaben übernehmen, für die bisher „menschliche Intelligenz“ erforderlich war.
Was ist der Unterschied zwischen KI und AI?
Neben der dir bekannten Kurzform der Künstlichen Intelligenz, wird häufig auch von „AI” gesprochen. Lass dich davon jedoch nicht durcheinanderbringen. AI ist lediglich die Kurzform des englischen Begriffs „Artificial Intelligence”, was wiederum die englische Übersetzung von „Künstlicher Intelligenz” darstellt. Hier gibt es also keine Unterschiede, es wird von derselben Sache gesprochen.

Welche 4 Arten von KI gibt es?
Damit das Potenzial der Künstlichen Intelligenz kategorisiert und verstanden werden kann, wird sie im Allgemeinen in vier verschiedene Typen eingeteilt:
- Reaktive KI
Das ist die einfachste und die am weitesten verbreitete Form der Künstlichen Intelligenz. Sie reagiert auf ihre Umgebung und produziert vorhersehbare Ergebnisse auf der Grundlage von Eingaben. Dabei wurde die reaktive Künstliche Intelligenz von Deep Blue entwickelt, einem IBM-Supercomputer aus den 1980ern. - KI mit begrenzter Speicherkapazität
Diese KI ist die nächsthöhere Form der Künstlichen Intelligenz. Die Fähigkeit, neue Informationen aufzunehmen und sich im Laufe der Zeit auf der Grundlage dieser Erfahrungen weiterzuentwickeln, macht sie aus. „Begrenzte Speicherkapazität” bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die KI so gestaltet ist, dass sie sich auf Basis ihres jeweiligen Grundverhaltens automatisch aktualisiert und trainiert. Ein Beispiel hierfür sind selbstfahrende Autos. - Theory of Mind
Die sogenannte „Theorie des Geistes” wird erreicht, indem Maschinen über menschenähnliche Entscheidungsfähigkeiten und ein Verständnis für Emotionen verfügen. Das beschreibt die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. Das Ziel sind dabei Roboter, die sich an vergangene Situationen erinnern können und ihr Verhalten daraufhin so weit emotional verändern, wie es auch wir Menschen in sozialen Interaktionen tun. Trotz der noch nicht ausgereiften Methodik der „Theory of Mind” gibt es Roboter wie „Kismet“ (aus den 1990er Jahren) und „Sophia“ (aus 2016), die Elemente dieser Art von KI bereits aufzeigen. - KI mit Selbsterkenntnis
Wenn eine Maschine dieses Stadium erreicht, dann wird sie sich ihrer eigenen mentalen Zustände und Emotionen sowie der von anderen Menschen bewusst sein. Diese Art von Künstlicher Intelligenz wird zukünftig auf der gleichen Stufe wie die menschliche Intelligenz sein, über die gleiche Aufmerksamkeit wie ein Mensch verfügen sowie Wünsche und Emotionen vorweisen können.
Aktuell befinden wir uns in Deutschland sowie weltweit überwiegend im Übergang von reaktiver KI zur KI mit begrenzter Speicherkapazität. Die beiden weiterführenden Stufen sind aktuell noch in der Forschung. Es gibt zwar Modelle, die bereits entwickelt wurden, technologisch sind diese jedoch noch nicht gut genug ausgereift.
Welches Gesetz greift beim Thema Künstliche Intelligenz?
Am 21. Mai 2024 wurde der sogenannte AI Act (EU-KI-Verordnung o. kurz: KI-VO) vom Rat der EU-Mitgliedstaaten verabschiedet, um einen einheitlichen Rechtsrahmen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz innerhalb der EU zu schaffen. Ziel ist es, die Chancen von KI zu fördern, im gleichen Schritt jedoch Risiken für die Sicherheit, Grundrechte und Demokratie zu minimieren. In Kraft getreten ist die Verordnung offiziell am 01. August 2024.
Was sind die Anwendungsbereiche des AI Acts?
Durch die im August 2024 in Kraft getretene Verordnung müssen Unternehmer*innen, abhängig vom jeweiligen Risikoprofil ihrer Anwendungen, die neuen KI-Compliance-Anforderungen beachten. Unter anderem gilt seit Februar 2025 eine KI-Schulungspflicht, die alle Mitarbeiter*innen betrifft, die KI-Systeme betrieblich nutzen. Doch keine Sorge, wir von der Deutschen Mittelstandsschutz bieten dir und deinen Mitarbeiter*innen genau diese KI-Schulungen an, damit du rechtlich immer auf der richtigen Seite bist!
Wo begegnet uns KI im Alltag?
Künstliche Intelligenz ist längst ein Teil unseres beruflichen und privaten Alltags. Ob auf deinem Handy, deinem Tablet oder auf deinem Computer – vor allem im Internet werden viele Prozesse im Hintergrund mithilfe von Künstlicher Intelligenz gesteuert. Unterschiedliche Programme wie die uns bekannten Suchmaschinen, Sprachsteuerungen, Übersetzungsprogramme, Spamfilter oder Navigationssysteme greifen auf eine KI zurück.
Auch viele Apps benutzen die Künstliche Intelligenz, um unsere persönlichen Vorlieben zu analysieren und zu filtern. Auf diese Weise werden dir beispielsweise neue Inhalte vorgeschlagen, die die KI für dich persönlich als relevant einstuft.
Genau so unterstützt dich die KI in anderen Bereichen deines Alltags, ohne dass du es vielleicht bemerkst. Neue technologische Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Staubsauger werden durch die Künstliche Intelligenz gesteuert. Ein Beispiel dafür ist die automatische Optimierung der Temperatur im Kühlschrank oder ein Staubsauger-Roboter, der selbstständig deinen Boden säubert.

Welche Auswirkungen hat KI auf die Arbeitswelt?
Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Arbeitswelt bereits seit Jahren – doch mit dem Einzug von Künstlicher Intelligenz gewinnt dieser Wandel rasant an Dynamik. Spätestens seit dem Durchbruch von KI-Anwendungen wie „ChatGPT“ setzen immer mehr Unternehmen auf intelligente Systeme, um Prozesse zu automatisieren und effizienter zu gestalten.
KI übernimmt zunehmend Aufgaben in verschiedensten Berufsfeldern – ob im Grafikdesign, im Kundendienst oder in der Softwareentwicklung. Mit jeder technischen Weiterentwicklung erweitert sich der Kreis der Tätigkeiten, die (teilweise) automatisiert werden können. Doch was bedeutet das konkret für die Arbeitswelt und für dich als Arbeitgeber*in? Im Folgenden werfen wir einen Blick auf zentrale Veränderungen, die KI im Berufsalltag mit sich bringt.
Digitalisierung der Arbeitsplätze im Unternehmensalltag
In den letzten Jahren hat die Digitalisierung bereits viele Arbeitsplätze verändert. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz beschleunigt sich dieser Prozess weiter. Zukünftig werden auch zahlreiche Arbeitsformen digital ablaufen, die derzeit noch analog ausgeführt werden. In vielen Unternehmen werden Dokumente beispielsweise noch in großem Maße in Papierform verwendet, in Zukunft wird das wahrscheinlich nicht mehr der Fall sein.
Automatisierung vieler Prozesse und Vorgänge
Die womöglich größte Auswirkung der Künstlichen Intelligenz auf die Arbeitswelt stellt die Automatisierung dar. Zahlreiche Aufgaben, die heute noch manuell ausgeführt werden, können in Zukunft effizient von intelligenten Systemen übernommen werden – von der Datenverarbeitung über die Kundenkommunikation bis hin zur Produktionssteuerung.
Wie stark einzelne Branchen und Berufsgruppen von Automatisierungen durch die KI betroffen sein werden, lässt sich heute noch nicht abschließend sagen. Sicher ist jedoch: Je früher analysiert wird, welche Arbeitsbereiche automatisierbar sind, desto besser für Unternehmer*innen. Gleichzeitig sollten sie in die Weiterentwicklung und Umschulung ihrer Mitarbeitenden investieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Neue Arbeitsplätze durch den Einsatz von KI
KI verändert nicht nur bestehende Arbeitsprozesse – sie schafft auch neue Tätigkeitsfelder und Berufsbilder. Schon heute entstehen immer mehr Berufe rund um Datenanalysen, KI-Trainings, Systemintegrationen und Ethikberatungen, die vor wenigen Jahren noch in geringerem Ausmaß existierten.
Unternehmen benötigen zunehmend Fachkräfte, die KI-Systeme bewerten, implementieren und weiterentwickeln können. Auch die Nachfrage nach Spezialist*innen, die Mitarbeiter*innen im Umgang mit KI schulen oder Prozesse neu strukturieren, wächst stetig. Für dich als Arbeitgeber*in bedeutet dies, dass mit dem Einsatz von KI nicht nur Herausforderungen, sondern neue Chancen für Innovation, Fachkräftesicherung und langfristiges Wachstum entstehen.
Vereinfachte Einstiegsmöglichkeiten für Unternehmer*innen
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz senkt heute viele Einstiegshürden für Unternehmer*innen und Menschen mit innovativen Ideen, die es noch werden wollen. Prozesse, die früher kostenintensiv an Personal delegiert werden mussten – wie beispielsweise Buchhaltung, Marketing oder Kundenservice – lassen sich inzwischen durch KI-basierte Tools automatisiert und effizient umsetzen. Das schafft neue Möglichkeiten für Gründer*innen mit einem vergleichsweise geringen Kapital, eigene Geschäftsmodelle zu realisieren. Gleichzeitig trägt dieser Trend dazu bei, neue Arbeitsplätze zu schaffen und wirtschaftliche Impulse zu setzen. Dies stellt wiederum einen möglichen Gegentrend zu den befürchteten Arbeitsplatzverlusten durch Automatisierung dar. Du interessierst dich für die Gründung eines eigenen Unternehmens? Dann haben wir in diesem Beitrag 4 Schritte für dich, die dir bei der Unternehmensgründung helfen können.
Erleichterung des Arbeitsalltags
Künstliche Intelligenz wird nicht nur Arbeitsplätze ersetzen oder neue schaffen, sie erleichtert schon heute den beruflichen Alltag in vielen Bereichen. Viele Mitarbeiter*innen und Führungskräfte nutzen bereits KI-gestützte Tools, um Aufgaben effizienter zu bewältigen: von Texterstellung und Datenanalyse bis hin zur automatisierten Planung oder kreativen Content-Erstellung. Du siehst, in unterschiedlichen Berufsbereichen ist die Künstliche Intelligenz sogar sehr gern gesehen und führt zu mehr Effizienz in den Arbeitsprozessen. Zukünftig wird sich dies noch weiter entwickeln und in vielen Bereichen noch mehr Abhilfe sowie Optimierungspotenziale schaffen können.

Wie kann Künstliche Intelligenz zur Sicherheit am Arbeitsplatz beitragen?
Neben Effizienz und Produktivität spielt auch das Thema Arbeitssicherheit eine zentrale Rolle beim Einsatz von KI. Intelligente Systeme können dabei helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen, Gefahren zu minimieren und präventive Maßnahmen gezielter umzusetzen. Folgende KI-Anwendungen sind bereits im Einsatz oder bieten ein großes Potenzial im Bereich Arbeitsschutz:
1. Gesundheitsüberwachung von Arbeitnehmer*innen
Mithilfe von tragbaren Sensoren oder vernetzten IoT (Internet of Things)-Geräten – also das Netzwerk physischer Objekte, die sich über das Internet mit anderen Geräten vernetzen – kann am Arbeitsplatz das Wohlbefinden, die Sicherheit und die Gesamtproduktivität deiner Arbeitnehmer*innen maßgeblich verbessert werden. Geräte wie Smartwatches, Fitnesstracker oder andere Wearables erfassen Gesundheitsdaten wie Vitalfunktionen, Stresslevel oder Müdigkeit und können bei Auffälligkeiten automatisch eine Warnung auslösen. Auf diese Weise ist im Ernstfall eine schnelle Reaktion möglich.
Künstliche Intelligenz wertet diese Daten in Echtzeit aus und hilft dabei, gezielte Maßnahmen abzuleiten, etwa durch individuelle Fitness- oder Entspannungsprogramme. In Berufen mit erhöhtem Risiko für die Gesundheit, wie im Baugewerbe, kommen bereits smarte Helme zum Einsatz, die vor schädlichen Gasen warnen oder bei einem Unfall automatisch Hilfe anfordern können.
2. Energieeffizienz und Komfort durch intelligente Gebäudesysteme
KI kann dabei helfen, moderne Gebäudetechnik noch effizienter zu machen. Dadurch können nicht nur Energie, sondern auch Kosten eingespart werden. Intelligente Systeme passen beispielsweise die Klimatisierung, Beleuchtung oder den Energieverbrauch automatisch an die Nutzung und Auslastung von Räumen an.
Für dein Unternehmen bedeutet das: mehr Komfort am Arbeitsplatz, ein besseres Raumklima für deine Mitarbeiter*innen und ein Schritt in Richtung eines nachhaltigen Betriebs. Gleichzeitig lässt sich durch den Einsatz smarter Systeme die Sicherheit erhöhen, beispielsweise durch automatisierte Brand- oder Störungsmeldungen.
3. Risikobewertung und Gefahrenidentifizierung
KI-Programme zur Gefahrenerkennung können beim Schutz vor unterschiedlichen Risiken, wie beispielsweise unsicheren Arbeitsbedingungen, Missbrauch von Werkzeugen und Geräten, Sturz- und Stolpergefahren, Arbeiten ohne Schutzkleidung (PSA) oder anderen Compliance-Problemen helfen. In der Industrie können KI-Systeme z. B. eingesetzt werden, um Video- oder Bildaufnahmen von Arbeitsplätzen zu untersuchen und auf diese Weise potenzielle Gefahren aufdecken zu können.
Ein Beispiel für so ein künstliches Intelligenzprogramm ist das „Estimation and Assessment of Substance Exposure“ (EASE), welches von der britischen Arbeitsschutzbehörde Health and Safety Executive entwickelt wurde. Die Aufgabe dieses Programms ist es, die Exposition am Arbeitsplatz durch bestimmte gesundheitsgefährdende Stoffe vorherzusagen.
KI kann auch dabei helfen, eine Vorhersage über Maschinenausfälle zu treffen. Dies geschieht über die Analyse von Sensordaten an Maschinen. Sie kann abnormale Muster erkennen, die auf potenzielle Fehler hinweisen, und ermöglicht so eine vorausschauende Instandhaltung von Maschinen.
4. Intelligente KI-integrierte persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Inzwischen lässt sich die klassische persönliche Schutzausrüstung durch intelligente Technik sinnvoll erweitern. Schutzhelme, Atemmasken oder Sicherheitsschuhe können heute mit Sensoren, Detektoren und Datenmodulen ausgestattet werden, die kontinuierlich Umgebungsdaten erfassen und auswerten.
Diese sogenannte intelligente PSA reagiert auf veränderte Bedingungen in Echtzeit. Sie misst zum Beispiel die Luftqualität, erkennt potenzielle Gefahren und sendet automatische Warnungen, sobald ein kritischer Wert überschritten wird. So wird der Schutz am Arbeitsplatz noch zuverlässiger, besonders in sensiblen oder risikoreichen Arbeitsbereichen.
5. Überwachung von Gewalt am Arbeitsplatz mit KI
KI kann auch bei der Prävention von Gewalt am Arbeitsplatz aushelfen. Mithilfe sogenannter Natural Language Processing (NLP)-Technologien ist es möglich, digitale Kommunikation, wie E-Mails oder Chatverläufe, auf unangemessene Sprache oder potenziell bedenkliche Inhalte zu prüfen. Bei Auffälligkeiten kann automatisch ein Hinweis an die verantwortlichen Stellen weitergeleitet werden.
Auch in Meetings lässt sich die Künstliche Intelligenz unterstützend einsetzen. Über Spracherkennungssysteme können problematische Äußerungen identifiziert und dokumentiert werden. So erhältst du als Unternehmer*in die Möglichkeit, frühzeitig zu reagieren, bevor sich Konflikte zuspitzen.
6. Künstliche Intelligenz bei Drogen- und Alkoholscreening-Programmen
Ein sicheres Arbeitsumfeld beginnt mit verlässlichen Kontrollmechanismen, auch im Bereich Suchtprävention. KI-gestützte Systeme können hierbei unterstützen, indem sie biologische Drogen- oder Alkohol-Proben automatisiert und besonders präzise analysieren. Der Einsatz solcher Technologien ermöglicht einen effizienteren Screening-Prozess und hilft dabei, ein drogen- und alkoholfreies Arbeitsumfeld zu gewährleisten. Das ist vor allem in sicherheitsrelevanten Bereichen, in denen volle Konzentration und Reaktionsfähigkeit gefragt sind, entscheidend.
7. Überwachung der psychischen Gesundheit bei Mitarbeiter*innen
Psychische Belastungen am Arbeitsplatz sind oft nicht sichtbar, umso wichtiger ist es für dich als Arbeitgeber*in, frühzeitig hinzusehen. Mittlerweile gibt es eine Reihe von KI-gestützten Tools, die Unternehmer*innen dabei helfen, erste Anzeichen psychischer Überlastung zu erkennen und diesen gezielt entgegenzusteuern.
Über sogenannte Fernüberwachungssysteme wie Wearables oder Apps lassen sich zum Beispiel Vitalwerte, Schlafmuster oder Stressindikatoren deiner Mitarbeiter*innen erfassen. Die gewonnenen Daten werden durch die KI in Echtzeit ausgewertet und bei Auffälligkeiten direkt an das medizinische Fachpersonal übermittelt. Das Ziel hierbei ist, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und deine Mitarbeitenden besser zu unterstützen.
8. Automatisierte Unterstützung durch Chatbots und Cobots
Die KI kann viele Aufgaben im Arbeitsalltag automatisieren und so auch deine Mitarbeiter*innen entlasten. Ein bekanntes Beispiel sind KI Chatbots, die vor allem im Kundenservice zum Einsatz kommen. Sie beantworten Anfragen rund um die Uhr, verkürzen Reaktionszeiten und schaffen Raum für komplexere Aufgaben im Team.
In Produktions- oder Logistikbereichen kommen auch zunehmend kollaborative Roboter (Cobots) zum Einsatz. Sie arbeiten direkt mit Menschen zusammen, übernehmen monotone oder körperlich belastende Tätigkeiten und tragen damit nicht nur zur Produktivitätssteigerung, sondern auch zur Sicherheit am Arbeitsplatz bei.
9. Entscheidungsunterstützungssysteme (DSS)
Entscheidungsunterstützungssysteme (DSS) helfen Unternehmer*innen dabei, komplexe Daten besser auszuwerten und fundierte Entscheidungen zu treffen. Sie bieten Zugriff auf große Datenmengen, erstellen Auswertungen und identifizieren Zusammenhänge, die auf den ersten Blick oft verborgen bleiben.
Gerade für Führungskräfte und Manager*innen sind solche Systeme eine wertvolle Hilfe, beispielsweise wenn es darum geht, Risiken zu bewerten, Investitionen zu planen oder Prozesse zu optimieren. KI-gestützte DSS-Tools machen aus Daten konkrete Handlungsoptionen und somit Entscheidungsprozesse deutlich zielgerichteter.

Ist der Einsatz von KI im Arbeitsschutz sinnvoll?
Die Integration von Künstlicher Intelligenz in Arbeitsprozesse und vor allem in Prozesse wie die Risikobewertung oder die Gesundheitsüberwachung sind aktuell noch in ihren Kinderschuhen. Deswegen gibt es auch nur wenige Studien, die sich mit den Chancen und Grenzen der KI-Integration in sicherheitsrelevante Prozesse befassen.
Der aktuelle Fokus von KI liegt auf den Auswirkungen auf Belange wie Sicherheit und auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Die Potenziale der Künstlichen Intelligenz sind groß, müssen und sollten aber mit Bedacht und klaren Rahmenbedingungen genutzt werden.
Wie kann KI dazu beitragen, Arbeitsunfälle in deinem Unternehmen zu vermeiden?
Wir haben dir bereits einige Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich die Sicherheit in deinem Unternehmen durch intelligente KI-Systeme verbessern lässt. Aber wie genau können solche Technologien dabei helfen, Arbeitsunfälle zu verhindern?
Moderne KI-Anwendungen unterstützen dich und deine Mitarbeiter*innen dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen und präventiv handeln zu können. Sie analysieren bestehende Daten, übertragen sie auf neue Situationen und helfen so, Risikofaktoren besser zu bewerten. Beispiele dafür sind etwa automatisierte Risikobewertungen, die Erkennung von Müdigkeitsanzeichen, aber auch tragbare Wearables, die in Echtzeit Vitaldaten überwachen und bei kritischen Werten Alarm schlagen können.
Auch der Einsatz von KI-gestützter PSA oder kollaborativen Robotern (Cobots) kann im Arbeitsalltag dazu beitragen, besonders gefährliche oder belastende Aufgaben von Mitarbeitenden zu übernehmen oder sie dabei zu unterstützen. So werden nicht nur physische Gefahren reduziert, auch psychische Überlastung kann durch die Künstliche Intelligenz frühzeitig erkannt und gezielt adressiert werden, zum Beispiel über intelligente Lernsysteme oder E-Learning-Angebote, die sich individuell anpassen lassen.
Du siehst: Die KI kann ein wirkungsvolles Werkzeug sein, um die Arbeitssicherheit in deinem Unternehmen auf ein neues Niveau zu heben. Aber natürlich nur, wenn sie richtig eingesetzt und mit durchdachten Prozessen kombiniert wird.
Welche Risiken solltest du als Arbeitgeber*in beim Einsatz von KI im Arbeitsschutz beachten?
So hilfreich die Künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag auch sein kann – ihr Einsatz im Arbeitsschutz bringt nicht nur Chancen, sondern auch einige Herausforderungen mit sich. Schauen wir uns einige Risiken an, auf die du als Arbeitgeber*in unbedingt achten solltest.
Datenschutz und Persönlichkeitsrechte
Vor allem im Umgang mit sensiblen Mitarbeitendendaten ist Vorsicht geboten. Systeme, die Gesundheitszustände oder Verhaltensmuster analysieren, müssen datenschutzkonform eingesetzt werden. Laut einer Bitkom-Studie aus dem Jahr 2023 sehen 65 Prozent der Unternehmen, den Datenschutz als größte Herausforderung beim Einsatz von KI. Eine transparente Kommunikation gegenüber deinem Team ist dabei essenziell sowie klare Einwilligungserklärungen und im besten Fall der Miteinbezug eines Datenschutzbeauftragten.
Fehlinterpretationen
Hinzu kommt, dass die KI keine Entscheidungen trifft, sie liefert nur Entscheidungsgrundlagen. Als Arbeitgeber*in trägst du weiterhin die Verantwortung für die getroffenen Maßnahmen, auch wenn ein KI-System eine Empfehlung dafür ausspricht. Wenn sich zu sehr auf die Empfehlungen einer KI verlassen wird, dann besteht hier stets die Gefahr, dass fehlerhafte oder verzerrte Analysen (z. B. durch eine schlechte Datenqualität) zu falschen Maßnahmen führen kann.
Genau das gleiche gilt, wenn die Künstliche Intelligenz als unterstützendes Tool im Arbeitsalltag eingesetzt wird. Hier muss stets gegengeprüft werden, denn falsche Informationen im Internet kann auch die KI übernehmen. Es gilt also: Die menschliche Kontrolle bleibt hier weiterhin besonders wichtig.
Vertrauensverlust bei Mitarbeiter*innen
Sobald die Künstliche Intelligenz in Bereichen wie der Gesundheitsüberwachung oder in der Verhaltensanalyse eingesetzt wird, kann es vorkommen, dass Mitarbeiter*innen sich vor der Überwachung sorgen. Ohne eine klare Kommunikation innerhalb deines Teams kann ein Empfinden von Kontrolle anstatt eines Gefühls von Unterstützung entstehen. Wird dies nicht näher beachtet, dann kann dies sogar die psychische Belastung bei deinen Mitarbeitenden erhöhen.
In diesem Fall ist es wichtig, dass du dein Team aktiv in die Prozesse einbindest. Wenn du hier frühzeitig informierst, mitnimmst und Schulungen anbietest, förderst du die Akzeptanz und Sicherheit im Umgang mit KI bei deinen Mitarbeiter*innen.

Fehlende Akzeptanz
Was ein Mensch nicht kennt, lehnt er meistens ab. Genauso ist es auch bei der Künstlichen Intelligenz. Ohne passende Schulungen und Qualifizierungen im Bereich KI, wird die Technologie nicht sinnvoll genutzt oder gar abgelehnt. Gerade deswegen ist es wirklich wichtig, dass du frühzeitig in praxisnahe Weiterbildungen und Trainings investierst – auch für dich als Führungskraft. Auf diese Weise stärkst du die Akzeptanz und das Vertrauen in die KI und schaffst ein Verständnis für einen effektiven Einsatz, auch im Arbeitsalltag.
Rechtliche Unsicherheiten und fehlende Standards
Besonders im Bereich Arbeitsschutz fehlt es bislang an klaren regulatorischen Rahmenbedingungen. Deswegen bewegst du dich als Arbeitgeber*in oft in einer Grauzone, die mit rechtlichen Unsicherheiten wie Haftungsfragen, Fehlentscheidungen oder Diskriminierung einhergeht. Einerseits greifen klassische arbeits- und datenschutzrechtliche Vorgaben, andererseits fehlen spezifische Regelungen für KI-basierte Systeme. Insbesondere im sensiblen Bereich der Gesundheits- oder Verhaltensanalyse.
Als Arbeitgeber*in trägst du die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit deiner Mitarbeitenden – auch beim Einsatz technischer Systeme. Doch was passiert, wenn eine KI fehlerhaft arbeitet? Wenn ein System deine Mitarbeiter*innen unbewusst diskriminiert, falsche Empfehlungen ausspricht oder unzulässig Daten verarbeitet? Wer haftet? Viele dieser Fragen sind derzeit noch nicht abschließend geklärt. Gerade deswegen lohnt es sich den Einsatz von neuen Technologien, wie der KI, durch eine Gefährdungsbeurteilung zu überprüfen.
Viele KI-Systeme arbeiten nach dem Prinzip des maschinellen Lernens. Dabei sind ihre Entscheidungsprozesse für Außenstehende oft nicht transparent genug, fast wie eine „Black Box”. Dies wird meist dann problematisch, wenn du gegenüber deinen Mitarbeiter*innen oder auch Behörden darlegen musst, warum ein bestimmter Gesundheitsalarm ausgelöst wurde oder wieso eine bestimmte Handlungsempfehlung ausgesprochen wurde.
In solchen Fällen solltest du als Arbeitgeber*in sicherstellen, dass der Einsatz der KI transparent, dokumentiert und nachvollziehbar ist. Genauso gilt hier, klare Zuständigkeiten festzulegen sowie immer menschliche Kontrollmechanismen einzusetzen. Auch eine rechtliche Beratung kann dir aushelfen sowie in deinem Unternehmen interne Prozesse zur Prüfung und Freigabe von jeweiligen KI-basierten Empfehlungen zu etablieren.
Das Potenzial von KI im Arbeitsschutz nutzen mit der Deutschen Mittelstandsschutz
Die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Arbeits- und Gesundheitsschutz steckt zwar noch in den Anfängen, bietet aber bereits heute viele Möglichkeiten, die Sicherheit in deinem Unternehmen zu verbessern. Gleichzeitig müssen jedoch bei der Verwendung von KI auch ethische Fragen, der Datenschutz sowie klare Richtlinien bedacht werden. Nur wer KI verantwortungsvoll einsetzt und seine Mitarbeiter*innen frühzeitig einbindet, kann die Vorteile langfristig nutzen.
Wir von der Deutschen Mittelstandsschutz stehen dir dabei als starker Partner zur Seite. Gerade beim Einsatz digitaler Technologien können neue Gefährdungen, wie psychische Belastungen, ständige Erreichbarkeit, neue Arbeitsformen oder sogar ergonomische Probleme bei vermehrter Nutzung digitaler Geräte entstehen. Damit du diese Gefährdungen in deinem Betrieb erkennst und ihnen entgegenwirken kannst, ist eine rechtssichere Gefährdungsbeurteilung unumgänglich. Ob moderne Technologien oder Fragen rund um das Thema Arbeitsschutz, wir unterstützen dich, damit dein Unternehmen sicher, effizient und zukunftsorientiert aufgestellt ist.

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